Studie: Pflege übernimmt ärztliche Aufgaben ohne Qualitätsverlust
Pflegefachpersonen kommen im Krankenhaus – wenn sie erweiterte Aufgaben übernehmen – zu vergleichbaren Behandlungsergebnissen wie Ärztinnen und Ärzte. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Cochrane-Reviews, in das 82 Vergleichsstudien mit mehr als 28.000 Patientinnen und Patienten eingeflossen sind. Berücksichtigt wurden unter anderem Sterblichkeit, Lebensqualität, die Dauer des Krankenhausaufenthalts, Wiederaufnahmen sowie Komplikationen oder andere unerwünschte Ereignisse.
In den meisten untersuchten Bereichen zeigten sich keine oder nur geringe Unterschiede zwischen pflege- und arztgeleiteten Versorgungsmodellen. Weder bei der Mortalität noch bei Komplikationen ergaben sich Nachteile für die Versorgung durch Pflegefachpersonen. In einzelnen Versorgungsbereichen, wie Diabetes- und Ekzemmanagement, wurden sogar leichte Vorteile zugunsten der Pflege beobachtet. Insgesamt kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Ergebnis, dass Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen ärztliche Aufgaben im Krankenhaus sicher und wirksam übernehmen können.
Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung eines Primärversorgungssystems hat die Debatte um erweiterte Kompetenzen für qualifizierte Pflegefachpersonen an Dynamik gewonnen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte sich kürzlich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ dafür ausgesprochen, „grundsätzlich die Aufgaben auf mehr Schultern“ zu verteilen – so wie dies auch schon im Pflegebereich der Fall sei. Dazu solle das Berufsbild der sogenannten „Advanced Practice Nurse“ eingeführt werden. Diese Kräfte sollen mehr Verantwortung – etwa bei Hausbesuchen – übernehmen. Nicht alles müsse in der Praxis stattfinden oder vom Arzt entschieden werden, betonte die Ministerin.
Während die Studien des Cochrane-Reviews überwiegend aus Ländern wie Großbritannien oder den Niederlanden stammen, in denen akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen mit erweiterten Rollen seit Jahren etabliert sind, liegt der Anteil akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen in Deutschland bei unter fünf Prozent. Daten aus Deutschland sind in die Auswertung nicht eingeflossen. (ts)
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