Update

Sechs Jahre nach Corona-Ausbruch: WHO mahnt bessere Pandemievorkehrung an

03.02.2026 3 Min. Lesedauer

Sechs Jahre nach der Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstands aufgrund von Corona mahnt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine bessere Vorbereitung auf künftige Pandemien an. „Solidarität ist der beste Schutz“, sagte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Die Pandemie hat uns allen viele Lektionen gelehrt – insbesondere, dass globale Bedrohungen eine globale Antwort erfordern.“

Die WHO hatte am 30. Januar 2020 die höchsten globale Gesundheitswarnung ausgegeben. Zu diesem Zeitpunkt gab es außerhalb von China weniger als 100 Erkrankte und keine Todesfälle. Als die WHO den Notstand im Mai 2023 aufhob, lag die weltweite Zahl der Corona-Toten bei knapp sieben Millionen.   

Die WHO sieht die Welt inzwischen besser vor Pandemien geschützt, jedoch seien die erzielten Fortschritte fragil, schreibt die Genfer Behörde. Es müsse noch mehr getan werden, um die Sicherheit der Menschheit zu gewährleisten. Die Organisation hebt die Errungenschaften seit der Pandemie hervor, etwa das 2025 abgeschlossene Pandemieabkommen. Damit sei der bisher umfassendste globale Rahmen für Pandemieprävention, -vorsorge und -bekämpfung geschaffen worden. Zudem seien die internationalen Gesundheitsvorschriften gestärkt und ein Pandemiefonds gegründet worden, um die Überwachung zu verbessern. 

Dank der jüngsten Maßnahmen zur Bekämpfung von Epidemien hätten Ebola- und Marburg-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, Tansania und Äthiopien deutlich schneller eingedämmt werden können als bei früheren Epidemien, führte die WHO weiter aus. 

Gleichzeitig warnte die Organisation, die vergangenen Jahre hätten die globale Gesundheitsversorgung massiv erschüttert. Die Finanzierung verschiebe sich vom Gesundheitswesen hin zu Verteidigung und nationaler Sicherheit und gefährde damit den Pandemieschutz. Dies sei kurzsichtiges Handeln. Die WHO appelliert an alle Regierungen, die Pandemievorsorge und -prävention nicht zu vernachlässigen. Investitionen in die Pandemievorsorge retteten Leben, schützten Volkswirtschaften und stabilisierten Gesellschaften.

Um künftig besser auf Gesundheitskrisen vorbereitet zu sein, arbeitet in Deutschland eine Enquete-Kommission interdisziplinär an der Frage, wie Risikobewertung, Früherkennung und Krisenbewältigung in künftigen Pandemien effektiver gestaltet werden können. Bis Ende Juni 2027 soll das Gremium einen umfassenden Abschlussbericht vorlegen.

Seit langem gilt unter anderem die auch in Deutschland weiterhin grassierende Vogelgrippe als mögliches Pandemie-Virus, sollte der Erreger eines Tages mutieren und sich an Säugetiere und den Menschen anpassen. In Asien hat der jüngste Ausbruch des hochgefährlichen Nipah-Virus in Indien zahlreiche Länder in Alarmbereitschaft versetzt. So verschärften etwa Singapur und Thailand die Kontrollen an Flughäfen. Die Europäische Seuchenbehörde ECDC in Stockholm hält ein Einschleppen des Virus nach Europa für eher unwahrscheinlich. (at)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.