Organspenden erreichen Höchststand – Bedarf ist höher
Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist 2025 auf den höchsten Stand seit 2012 gestiegen. Dennoch reichten die Spenderorgane nicht aus, um allen Patienten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen, geht aus heute veröffentlichten Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor. Deren Medizinischer Vorstand Axel Rahmel plädiert vor diesem Hintergrund für eine Widerspruchsregelung. Internationale Erfahrungen zeigten, dass diese dazu beitragen könne, „eine Kultur der Organspende zu fördern und so die Organspende dauerhaft positiv beeinflussen“. Auch Niedersachsens Gesundheitsminister und seit Jahresbeginn der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Andreas Philippi (SPD), warb heute erneut für eine solche Lösung. Mehrere Bundesländer starteten bereits Ende September 2025 eine entsprechende Gesetzesinitiative. Eine Entscheidung dazu gibt es noch nicht.
Nach Angaben der DSO spendeten 985 Menschen 2025 nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe; 32 mehr als 2024. Das entspricht 11,8 Organspendern pro Million Einwohner. So konnten im vorigen Jahr 3.020 Organe nach postmortaler Spende über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant hierzulande oder im Ausland transplantiert werden. Dank postmortaler Spenden aus Deutschland und aus dem Eurotransplant-Verbund wurden demnach im Berichtsjahr 3.256 Organe in Deutschland transplantiert, 8,1 Prozent mehr als 2024. Bundesweit konnte laut DSO damit 3.150 schwer kranken Patienten geholfen werden. Gleichzeitig warteten Ende 2025 noch 8.199 Menschen auf ein Spenderorgan. Besonders hohe Spenderzahlen verzeichnete die DSO in den östlichen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Dass eine Steigerung der Organspende grundsätzlich möglich sei, belege auch die konstant hohe Zahl der organspendebezogenen Kontakte – also Situationen, in denen sich Krankenhäuser an die DSO wenden, um eine mögliche Organspende zu prüfen. Mit 3.524 Kontakten bundesweit blieb sie den Angaben zufolge nahezu konstant (2024: 3.482). Rund zwei Drittel der gemeldeten Kontakte endeten ohne Organspende.
Als zentrale Herausforderung sieht es die DSO an, dass es in vielen Fällen keine dokumentierte Entscheidung der potenziellen Spender gibt. „Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten“, sagte Rahmel. Die wieder angestoßene politische Diskussion um die Widerspruchsregelung bewertete der DSO-Vorstand als wichtiges Signal. „Diese Regelung fördert die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende und dies führt im Falle einer möglichen Organspende zu einer Entlastung der Angehörigen.“ Eine Organspende sei im übrigen auch in höherem Lebensalter möglich. „Nicht das kalendarische Alter ist entscheidend, sondern die Funktionsfähigkeit der Organe“, erläuterte Rahmel.
Die Gesetzesinitiative zur Widerspruchslösung hatten die Länder Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen in den Bundesrat gebracht. (ter)
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