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Lauterbach plant Offensive gegen Todesursache Nummer eins

06.10.2023 2 Min. Lesedauer

Im Kampf gegen die im Vergleich hohe Zahl an Herz-Kreislauf-Todesfällen in Deutschland plant Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine breite Früherkennungs- und Präventionsoffensive. Das geht aus einem „Impulspapier“ seines Hauses hervor, das G+G vorliegt.

Kernpunkte sind verstärkte Screenings auf Risikofaktoren bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Einladungen durch die Krankenkassen zu Check-ups sowie eine Stärkung der Disease-Management-Programme (DMP). Auch Hilfsangebote für Raucher sollen ausgeweitet und die öffentliche Aufklärung forciert werden.

Lauterbach hatte bereits angekündigt, an einem entsprechenden Gesetz zu arbeiten. Dessen Ziel sei es, die Lebenserwartung zu verbessern. „Deutschland gibt so viel wie kein anderes Land in der EU für Gesundheit aus: knapp 5.000 Euro pro Einwohner und Jahr, das ist 52,9 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt“, heißt es in dem Papier. Dennoch zähle Deutschland mit einer Lebenserwartung von 80,8 Jahren in Westeuropa zu den Schlusslichtern. Todesursache Nummer eins seien mit 33 Prozent Herz-Kreislauf-Krankheiten. Mit 57 Milliarden Euro verursachten sie auch die höchsten Kosten.

Dem will der SPD-Politiker mit einem Präventionsprogramm begegnen. So ließen sich 70 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Laut dem Papier sollen künftig Kinder im Alter von fünf Jahren bei der Frühvorsorge U9 bereits auf erhöhte Lipidwerte, vor allem die familiäre Hypercholesterinämie, getestet werden. Dem soll gegebenenfalls ein „Kaskaden-Screening“ der Angehörigen folgen. Für Jugendliche und Erwachsene sind nach Alter und Risiko gestufte Screenings angedacht. Dabei sollen die Krankenkassen zu den Check-ups einladen.

Daneben sieht das Papier eine Stärkung der DMP vor. Die Krankenkassen sollen verpflichtet werden, ihren Versicherten DMP anzubieten und binnen einer bestimmten Frist mit den Leistungserbringern DMP-Verträge zu schließen. „Hierfür wird ein Konfliktlösungsmechanismus eingerichtet.“ Die bisherigen Pauschalen sollen entfallen, stattdessen sollen die Kosten über den Risikostrukturausgleich geregelt werden, heißt es. Bei den DMP für Diabetes Typ 1 und Typ 2 sowie die koronare Herzkrankheit soll es „qualitätsorientierte, erfolgsabhängige“ Vergütungselemente geben. Für Raucher sind vermehrte Hilfsangebote angedacht. Unter anderem sollen medikamentöse Therapien nicht auf „schwere Tabakabhängigkeit“ beschränkt bleiben. Begleiten soll das Maßnahmenpaket eine Aufklärungskampagne, um die Bevölkerung stärker für die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sensibilisieren. (cm)

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