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Lungenkrebs-Screening startet schrittweise

31.03.2026 3 Min. Lesedauer

Ab Mittwoch wird das neue Lungenkrebsscreening für starke Raucherinnen und Raucher eingeführt. Anspruch auf die kostenlose jährliche Untersuchung haben gesetzlich Krankenversicherte im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben oder noch rauchen. Die neue Früherkennung per Niedrigdosis-Computertomografie soll dabei helfen, Lungenkrebs schon in einem frühen, besser behandelbaren Stadium zu erkennen. Profitieren könnten laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) rund 5,5 Millionen aktuelle und ehemalige Raucher.

Als „Meilenstein“ bezeichnete der Radiologe und Nuklearmediziner Jörg Barkhausen von der Uniklinik Lübeck die Einführung des Screenings bei einer DGP-Veranstaltung. Zum Stichtag 1. April könne die Untersuchung allerdings noch nicht flächendeckend angeboten werden. Zwar hätten mehr als 2.000 Radiologinnen und Radiologen die Fortbildung für das Screening bereits begonnen und größtenteils auch abgeschlossen, jedoch sei für die Nutzung spezieller CT-Geräte eine Genehmigung durch die zuständige Aufsichtsbehörde erforderlich, die zum Teil noch ausstehe.  Die neue Leistung dürfe ausschließlich von Fachpraxen und Fachkliniken angeboten werden, deren Ärztinnen und Ärzte besondere Qualifikationen erfüllen müssten, sagte die stellvertretende Leiterin des Stabs Medizin im AOK-Bundesverband, Christiane Roick, zu G+G. 

Auch DGP-Akademieleiter Mathias Borst dämpfte die Erwartungen an einen schnellen Start. Hausärztinnen und Hausärzte könnten erst ab Mitte April für die Patienteninformationen zum Screening geschult werden. Die Implementierung in der Ärzteschaft sowie bei den Patientinnen und Patienten werde Monate und Jahre dauern. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hatte Mitte 2025 beschlossen, die Maßnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. In seiner Patienteninformation weist der GBA auch auf mögliche Nachteile hin. So könne die Früherkennung zu unnötigen Untersuchungen und Behandlungen führen, die körperlich, aber auch psychisch belastend sein könnten.

Voraussetzung für die Screening-Teilnahme ist starker Zigarettenkonsum über eine Dauer von mindestens 25 Jahren, wobei Rauchpausen innerhalb dieser Zeit nicht länger als zehn Jahre gedauert haben dürfen. Zudem muss der Zigarettenkonsum mindestens 15 „Packungsjahre“ umfassen. Ein Packungsjahr entspricht dem Konsum von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr hinweg. „Eine Früherkennung senkt das Risiko für Lungenkrebs nicht – ein Rauchstopp hingegen schon“, betonte Roick. Ein Rauchstopp sei auch deshalb sinnvoll, weil Rauchen neben dem erhöhten Krebsrisiko auch chronische Lungenerkrankungen verursachen und das Herz-Kreislauf-System schädigen könne. 

Foto: Ein Mann und eine Frau stehen einer Gesundheitsfachkraft oder Ärztin gegenüber.
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