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Lungenkrebs: Neues Früherkennungsangebot für Raucher

06.01.2026 3 Min. Lesedauer

Ab Frühjahr dieses Jahres soll für aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher eine neue Früherkennungsuntersuchung mittels Niedrigdosis-CT angeboten werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die Maßnahme im Juni vergangenen Jahres in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgenommen. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen und dadurch die Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen. Torsten Gerriet Blum, Lungenarzt und Experte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), bewertet das Vorhaben gegenüber G+G als positiv, „weil es Menschenleben retten kann“. Bei einer guten Annahme durch die Anspruchsberechtigten erwartet er zudem eine „Kosteneffektivität“ für das Gesundheitssystem.

Für die geplante Lungenkrebs-Früherkennung kommen nach Angaben des GBA Raucherinnen und Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren infrage, die mindestens 25 Jahre lang in einem Umfang von rechnerisch mindestens 15 Packungsjahren geraucht haben (Rauchstopp von weniger als zehn Jahren) oder noch rauchen. Ein Packungsjahr entspricht dem Konsum von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr hinweg. Bei dieser Personengruppe überwiege, so Lungenarzt Blum, der Nutzen eines jährlich durchgeführten Niedrigdosis-CT die möglichen Risiken, etwa strahlungsbedingte Folgeschäden.

Nach Angaben des DGP-Experten, der auch Oberarzt an der Klinik für Pneumologie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin ist, erfüllten in Deutschland rund 5,5 Millionen Menschen diese Eingangskriterien. „Wenn zehn Prozent davon zum Lungenkrebsscreening kommen, dann ist schon viel gewonnen“, zeigt sich Blum überzeugt. Denn: „Ein Lungenkrebsscreening ist effektiv und kann helfen, die lungenkrebsbedingte Sterblichkeit zu senken und Lebenszeit zu verlängern“. Zudem sei bei einer entsprechenden Teilnehmerzahl eine „Kosteneffektivität“ gegeben, da „durch die Detektion im frühen Stadium die Patienten kurativ behandelbar sind und sich dadurch direkte und indirekte Krankheitskosten senken lassen“, so Blum.

Kritisch sehen die Fachgesellschaften DGP, Deutsche Röntgengesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie hingegen den geplanten „unstrukturierten Aufbau“ des Screenings. Ein nationaler Überbau wie beim Mammografie-Screening-Programm fehle, bemängeln sie in einem gemeinsamen Positionspapier. Um Anspruchsberechtigte über Nutzen und Risiken der freiwilligen Untersuchung zu informieren, hat der GBA Ende Dezember 2025 beschlossen, eine Versicherteninformation zum Lungenkrebsscreening herauszugeben. Diese soll auch ausführliche Hilfestellungen zur Tabakentwöhnung enthalten. Damit die Untersuchung abgerechnet werden kann, wird nun der Bewertungsausschuss die Höhe der ärztlichen Vergütung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vereinbaren. Der Start der Maßnahme ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. (tie)

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