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Klimaanpassungsgesetz: Verbände fordern stärkeren Fokus auf Gesundheit

09.10.2023 2 Min. Lesedauer

Gesundheits- und Sozialverbände fordern eine stärkere Berücksichtigung von Gesundheit und Pflege im geplanten Klimaanpassungsgesetz und mahnen eine rasche Umsetzung an.

„Das Gesetz bietet die Chance, Ländern, Kommunen sowie Sozial-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen entschiedenes und zügiges Handeln zu ermöglichen“, heißt es in der heute veröffentlichten Stellungnahme, die unter anderem der Deutsche Pflegerat, die Bundesärztekammer und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit unterzeichnet haben. Das Gesetz sollte diese Einrichtungen zu wirksamer und nachhaltiger Klimaanpassung verpflichten, mahnen die Organisationen. Der vom Bundesumweltministerium erarbeitete Gesetzentwurf war im Juli vom Kabinett verabschiedet worden. Das Gesetz soll 2024 in Kraft treten.

Die Dringlichkeit der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sei im vorliegenden Gesetzentwurf nicht ausreichend adressiert, kritisieren die Verbände. Die Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales seien zentral, um durch den Klimawandel bedingten zunehmenden Krankheiten vorzubeugen, die Bevölkerung zu schützen und deren Gesundheit zu fördern, heißt es weiter in der Stellungnahme. Der Gesundheits- und Pflegesektor sei nur mangelhaft auf Krisen vorbereitet.

Die Verbände verlangen eine Reihe von Nachbesserungen am Gesetz. Der Fokus müsse stärker auf Gesundheitsschutz, Gesundheitsförderung, Prävention und der Stärkung der Resilienz und Nachhaltigkeit im Gesundheits- und Pflegesektor liegen. Hitze sei das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Daher müsse diesem Bereich Priorität eingeräumt werden. Gesundheitlicher Hitzeschutz müsse ressortübergreifend und in geteilter Verantwortlichkeit von Bund, Ländern und Kommunen festgelegt und umgesetzt werden.

Das Jahr 2023 ist auf dem Weg, das wärmste Jahr aller Zeiten zu werden. Laut neuester Daten des Copernicus-Klimadienstes der Europäischen Union war der diesjährige September weltweit der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen mit Temperaturen von 0,93 Grad Celsius über dem September-Durchschnitt von 1991 bis 2020. Auch in Europa brach der September alle Temperaturrekorde mit 2,51 Grad Celsius über dem September-Durchschnitt von 1991 bis 2020. Wissenschaftler rechnen damit, dass das Jahr 2024 noch heißer wird, wenn das in unregelmäßigen Abständen wiederkehrende Wetterphänomen El Niño seine volle Wirkung entfaltet. (at)

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