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KKH: Mehrheit geht fünf- bis achtmal pro Jahr zu Arzt

03.03.2026 2 Min. Lesedauer

Die Mehrheit der bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse Versicherten geht im Schnitt fünf bis achtmal pro Jahr zum Arzt. Dies geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor, die die KKH heute veröffentlicht hat. Demnach hatten 2024 rund 90 Prozent der KKH-Versicherten Kontakt zu einer ambulanten Arztpraxis. Dabei gab es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. „Unsere Daten und Umfrageergebnisse zeigen, dass wir Versicherte künftig besser durch den Versorgungsdschungel lotsen müssen“, erläuterte KKH-Vorstand Wolfgang Matz die Ergebnisse. Zugleich sprach er sich „dringend“ für die Einführung eines Primärversorgungssystems aus.

Für die Untersuchung befragte Forsa im KKH-Auftrag im Dezember 2025 rund 1.000 Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren. 37 Prozent der Teilnehmer erwiesen sich als sogenannte „Vielgeher“. Sie nahmen mindestens elfmal jährlich ambulante medizinische Hilfe in Anspruch. Knapp zehn Prozent gingen der Erhebung zufolge im Berichtsjahr kein einziges Mal zum Arzt, vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Männer im Alter bis 39 Jahre besuchten im Schnitt nur fünfmal eine Arztpraxis pro Jahr. Bei Frauen lag die Zahl der Arztbesuche bei acht bis neun. Mit zunehmendem Alter gleicht sich die Zahl der Arztkontakte bei Frauen und Männern laut der Erhebung allerdings wieder an, die durchschnittliche Anzahl steige auf bis zu 14 Arztbesuche jährlich. Dies lasse sich vor allem mit einer intensiveren Versorgung in den späteren Lebensjahren erklären.

39 Prozent der Befragten – vor allem die jüngeren Menschen zwischen 16 bis 34 Jahren – recherchieren der Umfrage zufolge im Internet zu medizinischen Fragen oder würden dies tun, um sich einen Arztbesuch zu ersparen. 29 Prozent in dieser Altersgruppe, die sich schon einmal online über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten informiert haben, konnten nach eigener Aussage dadurch auf einen Arztbesuch verzichten, und jeder Fünfte 16- bis 34-Jährige hat sich demnach schon einmal eine Selbstdiagnose gestellt. 

Auch angesichts dadurch entstehender Risiken plädiert Vorstand Matz dafür, die Hausarztpraxen für Patientinnen und Patienten als Ansprechpartner Nummer eins in allen medizinischen Fragen zu etablieren – egal ob persönlich oder digital. „Sie übernehmen die weitere Versorgung und koordinieren auch die Weiterbehandlung. Dadurch ließen sich Doppeluntersuchungen vermeiden. Auch würden Facharztpraxen und Kliniken entlastet.“ Von der Politik wünscht sich Matz für die Steuerung der Patientenströme „deutlich mehr Handlungsspielraum für die Krankenkassen zugunsten einer optimierten Versorgung“. (ter)

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