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Fachleute: Gesundheitssystem braucht agentische KI

24.06.2026 2 Min. Lesedauer

Die großen Herausforderungen im Gesundheitswesen können nach Ansicht von Experten nur mit Unterstützung agentischer Künstlicher Intelligenz (KI) bewältigt werden. Diese könne dazu beitragen, „die medizinische Versorgung langfristig zu sichern, Qualität und Patientensicherheit zu erhöhen und die Verwaltung effizienter zu gestalten“, heißt es in einem heute vorgestellten Fokuspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Agentische KI müsse daher als strategisches Schwerpunktthema in der Hightech Agenda der Bundesregierung verankert werden, fordern die Autoren.

Entscheidender Vorteil der agentischen KI gegenüber konventioneller KI ist es nach Angaben der Fachleute, dass diese nicht nur einzelne Aufgaben wie Datenauswertung oder Bildinterpretation unterstützt. Sie gehe darüber hinaus und plane und koordiniere auch eigene Maßnahmen. Sie sei in der Lage, innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbstständig zu agieren. Die letzte Entscheidung läge aber in menschlicher Verantwortung. Die Einsatzfelder reichten von Diagnostik und Therapie über die Überwachung des Gesundheitszustands bis hin zur Steuerung von Behandlungsschritten. Sogar bei der Versorgung chronisch Erkrankter könne agentische KI künftig etwa als digitaler Co-Pilot fungieren.

„Meines Erachtens unterschätzen wir vollkommen, welchen Einfluss der demografische Wandel auf das Gesundheitssystem haben wird“, warnte Heyo Kroemer, Chef der Berliner Charité. Innerhalb von zehn Jahren gingen 30 Prozent der Arbeitskräfte ersatzlos in den Ruhestand. Vom demografischen Wandel sei das Gesundheitssystem gleich doppelt betroffen. Es fehle die Nachfolgegeneration für wegfallende Fachkräfte, so der Mitautor. Zum anderen müssten die Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausscheiden, früher oder später ganz sicher im Gesundheitssystem betreut werden. Die Einführung agentischer KI ist laut Kroemer deshalb keine „Option“, sondern etwas „das wir machen müssen“. 

Im Hintergrund sitzt eine Person an einem Laptop, schaut aber auf ein Smartphone. Daüber schwebt sozusagen ein Hologramm von einem Menschen, neben dem Gesundheits-Icons und Werte angezeigt werden.
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Weil die Integration dieser KI in das Gesundheitswesen kein fernes Zukunftsszenario sei, sollten aus Sicht der Autorinnen und Autoren schon jetzt die Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz geschaffen werden. Besonders wichtig sei dabei die „technologische Souveränität“. Die Grundlagenforschung sei in Deutschland und Europa stark, doch gelinge es zu selten, Produkte bis zur Marktreife zu entwickeln. Die Experten sprechen sich daher für Partnerschaften zwischen Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und Industrie aus. Ebenso brauche es pragmatische und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. (imo)

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