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Studie: Jugendliche starten später ins Sexualleben

22.01.2026 2:30 Min. Lesedauer

Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland werden zunehmend später sexuell aktiv. Zugleich gehen sie überwiegend verantwortungsvoll mit Sexualität und Verhütung um. Das zeigt eine heute vorgestellte repräsentative Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (Biög) unter mehr als 5.800 Menschen zwischen 14 und 25 Jahren. Während 2019 die Mehrheit bereits mit 17 Jahren erste sexuelle Erfahrungen gemacht hat, liegt das durchschnittliche Alter heute bei 19 Jahren. Auch erste Kuss-Erfahrungen finden zunehmend später statt.

„Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht“, sagte die stellvertretende Biög-Leiterin Mechthild Paul. Es sei kein Zufall, dass sie auf den für sie „richtigen Moment“ warteten und offen über Verhütung sprächen. Die Ergebnisse belegten die Wirkung „kontinuierlicher und faktenbasierter Aufklärung − in der Schule, im Elternhaus, in Beratungsstellen, in ärztlichen Praxen und durch unsere Angebote“. Dadurch gingen Jugendliche und junge Erwachsene „verantwortungsvoll, selbstbestimmt und gesundheitsbewusst mit Partnerschaft, Sexualität und Verhütung“ um.

Der Erhebung zufolge fand der erste Sex meist geplant beziehungsweise in einer festen Partnerschaft statt. In knapp neun von zehn Fällen wurde selbstverständlich über Verhütung gesprochen, etwa zwei Drittel (67 Prozent) thematisierten den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Nur sechs Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, bei ihrem ersten Mal nicht verhütet zu haben. Das Kondom war – nahezu unverändert zu 2019 – mit 76 Prozent das am häufigsten genutzte Verhütungsmittel. Die Pille spielte mit 34 Prozent eine geringere Rolle, gewinnt mit zunehmender sexueller Erfahrung jedoch an Bedeutung: Aktuell nutzen sie die Hälfte der mehrfach sexuell erfahrenen Jugendlichen sowie 48 Prozent der jungen Erwachsenen. Die Spirale wird von sechs Prozent der Befragten verwendet – Tendenz steigend. Dies könnte laut Studienleiterin Sara Scharmanski damit zusammenhängen, dass die WHO ihre Empfehlung auf jüngere Nutzerinnen ausgeweitet hat.

Als wichtigste Quelle der Sexualaufklärung nannten 78 Prozent der Jugendlichen weiterhin den Schulunterricht. Eltern und Lehrkräfte gewannen an Bedeutung, während das Internet leicht an Relevanz verlor. Aufklärungs- und Beratungsseiten stuften 85 Prozent als besonders vertrauenswürdig ein. Seit 1980 führt das Biög regelmäßig die Erhebung zur Jugendsexualität durch, aktuell zum zehnten Mal. (ts)

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