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Psychische Leiden häufigster Grund für Klinikaufenthalte von Jugendlichen

01.04.2026 2 Min. Lesedauer

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen. Das zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis). Gut 116.300 der rund 615.300 Klinikpatientinnen und -patienten im Alter von zehn bis 19 Jahren wurden demnach aufgrund von psychischen Leiden und Verhaltensstörungen stationär behandelt. Das entspreche knapp einem Fünftel (18,9 Prozent) aller Klinikaufenthalte in dieser Altersgruppe.

Am häufigsten wurden Depressionen diagnostiziert. Deshalb waren im Jahr 2024 rund 33.900 Menschen zwischen zehn und 19 Jahren in stationärer Betreuung. Das entspricht einem Anteil von 29,1 Prozent an allen wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär behandelten Kinder und Jugendlichen. Bei rund 11.700 (10,1 Prozent) standen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen im Fokus der Behandlung. Alkoholbedingte Erkrankungen wie etwa Abhängigkeits- und Entzugssyndrome waren mit gut 9.900 Fällen die dritthäufigste Diagnose für Kinder und Jugendliche (8,5 Prozent). Wegen Essstörungen kamen rund 7.300 Kinder und Jugendliche in die Klinik (6,3 Prozent).

Die Anzahl der Fälle ist laut der Auswertung zuletzt weiter gestiegen. 2023 wurden 112.500 Menschen zwischen zehn und 19 Jahren wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär versorgt. Ein Jahr später waren es 3,4 Prozent mehr. Im 20-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Behandlungen aus diesem Grund in fast allen Altersgruppen zugenommen, am stärksten jedoch bei den Zehn- bis 19-Jährigen: 2024 wurden 36,5 Prozent mehr psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche stationär aufgenommen als 2004 mit gut 85.200 Patientinnen und Patienten.

Auch bei den Älteren stiegen die Behandlungsfälle, wenn auch nicht so stark: In der Gruppe 80plus nahmen sie in diesem Zeitraum um 18,8 Prozent zu, bei den 60- bis 79-Jährigen betrug der Zuwachs 15,7 Prozent. Die 20- bis 39-Jährigen verzeichneten ein leichtes Plus von 2,4 Prozent. Nur bei den 40- bis 59-Jährigen gab es einen Rückgang um 8,6 Prozent.

Wie sehr psychische Erkrankungen inzwischen zugenommen haben, zeigt auch der Fehlzeitenreport 2025 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demnach sind seit 2014 die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 47 Prozent gestiegen. Bei Langzeiterkrankungen dominieren laut WIdO ebenfalls psychische Krankheiten. Mit durchschnittlich 28,5 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall führten sie zu den längsten Ausfallzeiten. (bhu)

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