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Defizite bei Impfbereitschaft bremsen den Schutz

20.04.2026 2 Min. Lesedauer

Geringe Impfbereitschaft und eine unterschätzte Risikowahrnehmung schwächen den Impfschutz. Anlässlich der Europäischen Impfwoche 2026 verweisen das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf gezielten Aufklärungsbedarf und eine stärker zielgruppenspezifische Ansprache. Zugleich berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC über Fortschritte bei der HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs.

Die Europäische Impfwoche rückt vom 19. bis 25. April die Bedeutung von Impfungen über alle Lebensphasen hinweg in den Fokus. Unter dem Motto „Impfungen wirken in jeder Generation“ betont sie deren zentrale Rolle für den Schutz vor Krankheiten. Das PEI, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, empfiehlt in diesem Zusammenhang, den eigenen Impfstatus regelmäßig zu prüfen und Impflücken zu schließen. 

Auswertungen des RKI für Deutschland zeigen, dass Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung ihr Erkrankungsrisiko häufig unterschätzen. Sie bewerten sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Infektion als auch mögliche Krankheitsfolgen als eher gering. Zugleich bleibt die Zielgruppe heterogen und weist unterschiedliche Einstellungen zu Wichtigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeimpfung auf. Eine höhere Impfbereitschaft findet sich vor allem bei älteren Menschen.

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Als Ansatzpunkt für eine höhere Impfquote nennt das PEI eine gezieltere Aufklärung. Das RKI empfiehlt, das Bewusstsein für individuelle Risiken zu erhöhen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen stärker zu berücksichtigen. Die WHO setzt darauf, Gesundheitspersonal zu befähigen, verständlich und einfühlsam über Impfungen aufzuklären und damit die Akzeptanz zu stärken sowie fundierte Entscheidungen zu unterstützen.

Das ECDC weist parallel auf Fortschritte bei der HPV-Impfung hin. Demnach empfehlen inzwischen alle Staaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums die Impfung für Jugendliche. Seit 2020 sinkt in Europa die Gebärmutterhalskrebsrate bei geimpften Frauen. Eine frühe HPV-Impfung erhöht den Schutz Studien zufolge deutlich. „Die Fortschritte in Europa zeigen, was möglich ist, wenn Länder konsequent in wirksame Impfstrategien investieren“, sagte Bruno Ciancio, Leiter der Abteilung für direkt übertragbare Krankheiten und durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen beim ECDC. (sr)

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