Tausende neue Hilfsmittel sollen Lebensqualität verbessern
3.722 neue Hilfsmittel stehen den gesetzlich Krankenversicherten künftig zur Verfügung. Die Spanne reicht von mikroprozessorgesteuerten Handschuhen bis zu neuartigen Systemen gegen Wundliegen. Das geht aus dem neunten Fortschreibungsbericht des Hilfsmittelverzeichnisses hervor, den der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) nun dem Bundesgesundheitsministerium übergeben hat. Der Vorstandsvorsitzende des GKV-SV, Oliver Blatt, unterstrich, der aktuelle Bericht zeige deutlich, „dass digitale Hilfsmittel, Pflegehilfsmittel und innovative Technologien längst fester Bestandteil der Versorgungspraxis sind und ihren Platz im Hilfsmittelverzeichnis haben“.
Insgesamt umfasst der aktuelle GKV-Katalog derzeit rund 47.825 Hilfsmittel in den 42 regelmäßig fortgeschriebenen Produktgruppen. Davon profitieren laut GKV-SV die Versicherten in mehr als 32 Millionen Versorgungsfällen jährlich. Das Hilfsmittelverzeichnis, das für den Zeitraum März 2025 bis Februar 2026 überarbeitet wurde, soll die Versorgung mit qualitativ hochwertigen, bedarfsgerechten und innovativen Hilfs- und Pflegehilfsmitteln sicherstellen. „Neue Technologien, verbesserte Materialien und digitale Lösungen erhöhen die Lebensqualität der Versicherten nachhaltig“, betonte Vorstandschef Blatt.
Damit die gesetzlichen Krankenkassen auch künftig alle GKV-Versicherten bedarfsgerecht mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln versorgen können, sei es wichtig, „dass die Politik gemeinsam mit der Selbstverwaltung möglichst schnell die Hilfsmittelversorgung reformiert und wirksame Instrumente rechtssicher gestaltet“. Blatt unterstrich: „Nur so können wir die Ausgaben vertretbar gestalten und zugleich unsere Versicherten weiterhin auf hohem Niveau versorgen.“
Als neu im Verzeichnis aufgenommene Hilfsmittel stellte der GKV-SV innovative Handorthesen heraus. Die mikroprozessorgesteuerten Handschuhe unterstützen Menschen mit reduzierter Handkraft dabei, alltägliche Aufgaben selbstständig auszuführen. Um Wundliegen bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten zu vermeiden, sollen Anti-Dekubitus-Liegesysteme helfen. Die wellenartig gesteuerten Komplettliegesysteme bestehen aus einem umlaufenden Rollensystem, angetrieben von einem Elektromotor. Die gefederte Liegefläche passt sich der Körperkontur an und verteilt so das Körpergewicht besser. Daneben sollen Aerosol-Inhalationsgeräte Kinder und Erwachsene bei Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege unterstützen. Die Geräte vernebeln Medikamente und zerstäuben Flüssigkeiten zur Inhalation.
Angewiesen auf Hilfsmittel können Menschen nach einem Unfall, nach einer Operation oder bei einer Behinderung sein. GKV-Versicherte haben Anspruch auf eine mehrkostenfreie Versorgung mit Hilfs- und Pflegehilfsmitteln. Das Hilfsmittelverzeichnis sorgt laut GKV-SV mit seinen Qualitätsanforderungen dafür, dass diese Mittel einen hohen Versorgungsstandard aufweisen. (imo)
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