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Digitale Primärversorgung sorgt für mehr Effizienz

17.03.2026 2 Min. Lesedauer

Mit einem digital organisierten Primärversorgungssystem wollen der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) und die Krankenkassen die Versorgung ihrer rund 75 Millionen Versicherten modernisieren und effizienter machen. Mit diesem „zentralen Element“ würden GKV-Versicherte künftig bedarfsorientiert und im akuten Fall schnell behandelt, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-SV, am heutigen GKV-Tag. „Es ist höchste Zeit, das Gesundheitssystem in die digitale Gegenwart zu bringen.“ Ergänzt würde eine gute Primärversorgung durch eine strukturierte, vorgeschaltete Ersteinschätzung, unterstrich Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Sie biete klare Orientierung und der Direktzugang zu Fachärzten würde die Ausnahme werden.

Nach Ansicht des GKV-SV koppelt eine erfolgreiche Primärversorgung drei Bausteine: Eine elektronische Ersteinschätzung prüft die Notwendigkeit einer Behandlung und leitet die Versicherten zielgerichtet durch das Gesundheitssystem. Eine elektronische Überweisung verbessert den Informationsfluss, und die elektronische Terminvermittlung ermöglicht – abhängig von der medizinischen Dringlichkeit – eine schnellere Terminvergabe und reduziert Wartezeiten. Auf diesem digitalen Versorgungspfads würden GKV-Versicherte medizinisch versorgt, wann und wo sie es benötigten, erläuterte Stoff-Anis. Vom ersten Symptom bis zum Abschluss der Behandlung werde alles fachlich optimal, transparent und effizient koordiniert. Die elektronische Patientenakte (ePA) werde zur zentralen Plattform einer modernen Versorgung.

Medizinisches Personal spricht im Wartebereich einer Praxis mit einer Patientin, während andere Personen im Hintergrund sitzen.
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17.02.2026Thorsten Severin, Tim Ende6 Min

Für AOK-Verbandschefin Reimann hat eine Primärversorgung den „großen Vorteil“, dass sich gesetzlich Versicherte darauf verlassen können, nach ihrem Bedarf und ihrer Dringlichkeit fachärztliche Versorgung zu erhalten, ohne lange Wartezeiten und ohne Diskriminierung gegenüber privat Versicherten. Viele gute Vorschläge lägen für die Reform inzwischen auf dem Tisch, so Reimann. Jetzt komme es darauf an, dass die Reform konkret werde und die Politik sich nicht zu sehr in Detailfragen verliere.

„Ein neues Primärversorgungssystem bietet die Chance, dass digitale Versorgung und digitale Prozesse in der ambulanten Versorgung endlich zur Selbstverständlichkeit werden“, sagte der Vorstands-Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas. Am GKV-Tag informieren Krankenkassen und GKV-SV einmal im Quartal über ihre zentralen Anliegen. Der nächste GKV-Tag ist am 16. Juni 2026. (bhu)

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