Gesundheitsatlas zeigt Rückgang bei Herzinfarkten
Die Zahl der Herzinfarkte geht laut einer Analyse weiter zurück. 2024 wurden in deutschen Krankenhäusern rund 185.400 Fälle dokumentiert. Das entspricht einem Minus von 14 Prozent im Vergleich zu 2017, wie aus einer heute veröffentlichten Datenauswertung für den Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht. Zugleich ist die Häufigkeit von Risikokrankheiten für einen solchen lebensbedrohlichen Vorfall gestiegen.
Insgesamt traten 2024 unter 100.000 Personen ab 30 Jahren 320 Herzinfarkte auf. Im Jahr 2027 waren es noch 380 Fälle. „Der positive Trend dürfte mit Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren für Herzinfarkte zusammenhängen“, sagte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Er verwies aber darauf, dass bei anderen Krankheiten, die wiederum das Herzinfarktrisiko erhöhen, ein negativer Trend zu verzeichnen ist. So stieg der Anteil von Patienten ab 20 Jahren mit Typ-2-Diabetes um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017. Der Anteil von Bluthochdruckpatienten wuchs um 1,1 Punkte.
Die Auswertungen zeigen zudem, dass die Herzinfarkt-Raten mit dem Alter deutlich steigen. Dabei gibt es einen deutlichen Geschlechterunterschied: In allen Altersgruppen sind der Erhebung zufolge Herzinfarkte bei Männern deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen. So lag die Rate bei den 85- bis 89-jährigen Männern bei 1.240 pro 100.000, während sie bei den gleichaltrigen Frauen bei 720 lag. „Für diese Unterschiede können nicht nur Lebensstilfaktoren oder biologische Faktoren verantwortlich sein, sondern auch Unterschiede in der Art und Intensität der Symptome“, erläuterte Schröder. „Sie führen oft dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird.“
Auch zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Herzinfarkt-Raten. Laut Auswertung steht an der Spitze Thüringen mit 370 Fällen je 100.000 Personen ab 30 Jahren. In Hamburg liegt die Rate dagegen nur bei 270 Fällen je 100.000 Personen ab 30, fällt also fast ein Drittel geringer aus.
Der Gesundheitsatlas Deutschland zeigt aktualisierte Zahlen zu 26 Erkrankungen. Basis für die Erhebung sind die Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten, die mit einem alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustierenden Verfahren auf die gesamte Wohnbevölkerung in den Regionen Deutschlands hochgerechnet werden. Die Referenzzahlen zur Bevölkerung sind der aktuelle Zensus 2022 und Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. (bhu)
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