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Bewusstsein für Endometriose und Folgeerkrankungen wächst

04.03.2026 2 Min. Lesedauer

In Deutschland wird bei immer mehr und immer jüngeren Frauen eine Endometriose diagnostiziert. Nach heute von der Barmer veröffentlichten Daten stieg die Zahl der mit dieser Erkrankung verbundenen Krankenhausbehandlungen von 2005 bis 2024 um mehr als 80 Prozent. „Die Zahl der Frauen mit Endometriose-Diagnosen hat sich von rund 230.000 auf gut 510.000 mehr als verdoppelt“, sagte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub bei der Vorstellung des „Arztreports 2026“. Die Ergebnisse decken sich mit neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Barmer und Behörde führen den Anstieg vor allem auf ein gestiegenes Bewusstsein für die Krankheit bei Patientinnen und Ärzten zurück. Laut Arztreport waren Frauen bei der Erstdiagnose zuletzt im Schnitt 37,4 Jahre alt – knapp vier Jahre jünger als 2005. Durch eine frühere Diagnose entfielen für die Betroffenen „Jahre der Ungewissheit“, sagte Straub. Die Ursache für Endometriose sei nicht geklärt, erläuterte Studienleiter Joachim Szecsenyi vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. Deshalb gebe es „keine definitive Therapie, aber wirksame Behandlungsmethoden“. 

Straub und Szecsenyi verwiesen auf die 2025 aktualisierte ärztliche Behandlungsleitlinie. Sie sehe anstelle der mit Nebenwirkungen verbundenen Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme bildgebende Diagnoseverfahren (Ultraschall oder Magnetresonanztomographie) vor. Dies werde auch zu einem Rückgang der Klinikaufenthalte führen. Bei der Behandlung dürfe der Wohnort keine Rolle spielen, forderte der Barmer-Chef mit Blick auf deutliche, von der Facharztdichte unabhängige regionale Unterschiede bei den Erstdiagnosen. Deren Zahl liege in Thüringen 20 Prozent unter dem Bundesschnitt, im Saarland 20 Prozent darüber. Zudem gebe es in Ballungszentren mehr Erstdiagnosen als im ländlichen Bereich.

Bei Endometriose handelt es sich um eine gutartige, chronische Erkrankung, bei der Gebärmutterschleim-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst, etwa am Bauchfell, an den Eierstöcken oder am Darm. In Verbindung mit dem Zyklus kann dies zu Entzündungen, Verwachsungen, starken Schmerzen oder ungewollter Kinderlosigkeit führen. Der Arztreport nennt zudem Muskel- und Skeletterkrankungen sowie depressive Episoden und Angststörungen als Begleiterkrankungen. „Die gute Nachricht ist, dass Endometriose keinen Einfluss auf die Sterblichkeit hat“, betonte Szecsenyi. 

Laut Destatis waren 2024 Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland (35,4 Prozent), gefolgt von Krebs (21,1 Prozent). Bei Männern ist die Rangfolge umgekehrt. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen lag mit 83,5 Jahren zuletzt 4,6 Jahre über der von Männern (78,9 Jahre). (toro)

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