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Deutschland liegt bei Zucker-Getränken in Europa vorn

16.02.2026 2 Min. Lesedauer

Limo, Cola, Energydrinks: Deutschland ist in Westeuropa Spitzenreiter beim Konsum zuckerhaltiger Getränke. Einer Analyse der Verbraucherorganisation Foodwatch zufolge nehmen die Bundesbürger fast 26 Gramm Zucker pro Kopf und Tag über Getränke zu sich. Damit liegt Deutschland unter den zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Ländern auf dem ersten Platz gefolgt von Österreich und den Niederlanden. Foodwatch fordert eine Zuckersteuer nach Vorbild Großbritanniens. Im Vereinigten Königreich liegt der Zuckerkonsum durch Getränke pro Kopf und Tag laut Foodwatch nur bei rund 16 Gramm.

Seit der Einführung der Abgabe 2018 sei der Zuckergehalt in Getränken dort um 35 Prozent gesunken, rechnet Foodwatch vor. Ende 2025 weitete Großbritannien die Abgabe auf milchhaltige Produkte wie Shakes und Kakao aus. „Der flüssige Zucker macht krank und kostet unser Gesundheitssystem Milliarden“, betonte Luise Molling von Foodwatch. Vor allem Kinder müssten vor den Gesundheitsrisiken gezuckerter Softdrinks geschützt werden. Die Organisation wertete für ihre Analyse Daten des Meinungsforschungsinstituts Euromonitor aus.

Illustration: Eine Person steht auf der Laufbahn. Unter ihrem Schuh liegen Alkoholflaschen, eine Zigarette und ein Aschenbecher.
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17.12.2025Oliver Huizinga10 Min

Damit erhält die Debatte um die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland neuen Aufwind. „Die Briten haben 2018 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Die werden in 20 Jahren vergleichsweise mehr Arbeitskräfte haben, die gesund sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind der „Schwäbischen Zeitung“. In der vergangenen Woche stimmte die Hamburger Bürgerschaft für eine gestaffelte Abgabe auf zuckerhaltige Getränke und Softdrinks. Der Senat des Stadtstaates wird aufgefordert, sich über den Bundesrat für eine Zuckerabgabe einzusetzen. Auch Schleswig-Holstein macht sich für eine solche Maßnahme stark. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Ende 2025 eine entsprechende Gesetzesinitiative in der Länderkammer angekündigt. 

Auch auf dem CDU-Bundesparteitag am kommenden Wochenende in Stuttgart soll das Thema debattiert werden. Laut „Ärzteblatt“ rät die Antragskommission den Delegierten allerdings, den Vorstoß des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein für eine Zuckersteuer abzulehnen. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht sich gegen eine solche Abgabe aus. Laut der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Halle könnte eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke wie in Großbritannien den Konsum von Zucker nachweislich reduzieren. Die Akademie schätzt die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Adipositas und Übergewicht auf etwa 113 Milliarden Euro. (at)

1 Kommentar

Zucker ist nachgewiesen ein Suchtstoff (wie z. B. Alkohol, Nikotin oder Cannabis, auch wenn ich damit vielleicht übertreibe). Es geht um eine epidemische Zunahme von Diabetes Typ 2 und Übergewicht, unter der das Gesundheitswesen ächzt und die Betroffenen leiden. WIESO findet man da noch Ausreden, um nicht dem Vorbild Großbritanniens zu folgen? Sogar seitens Gesundheitspolitiker*innen?

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