EU-Parlament fordert Nachbesserungen am Plan gegen Herzleiden
Das Europaparlament unterstützt den „Safer Hearts Plan“ der EU-Kommission zur Verringerung vorzeitiger Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Gesundheitsausschuss des Parlaments (Sant) fordert jedoch Nachbesserungen und warnt vor einer Kürzung der EU-Mittel für Vorsorge und Prävention. Zyperns Gesundheitsminister Neophytos Charalambides sicherte den Sant-Mitgliedern seine Unterstützung bei den Verhandlungen über den mehrjährigen EU-Haushalt von 2028 bis 2034 zu. Im Ausschuss skizzierte der neue Vorsitzende des Rates der EU-Gesundheitsminister gestern Abend seine Schwerpunkte.
Mit rund 1,8 Millionen Todesfällen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch vor Krebs die Todesursache Nummer eins in der EU. Mit seinem Plan für mehr Herzgesundheit will EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi die Zahl bis 2035 um ein Viertel senken. „In der Zielsetzung gut, aber an vielen Stellen nicht eindeutig genug“, bewertete Sant-Berichterstatterin Romana Jerkovic aus Kroatien (Sozialdemokraten) den Kommissionsvorschlag. Ihr fehle etwa der Blick auf „große Ungleichheiten“ bei Prävention, Vorsorge und Behandlung innerhalb der Union.
„80 Prozent der Erkrankungen wären vermeidbar, wenn man Risikofaktoren in den Griff bekäme“, so Jerkovic. Dabei gehe es vor allem um Übergewicht, Rauchen und Alkohol, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und Umweltbelastungen. Es reiche nicht, an das Verhalten der Einzelnen zu appellieren, betonte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling. Er plädierte für eine stärkere Besteuerung von Tabak und Alkohol, bessere Lebensmittelkennzeichnung und schärfere Regeln für speziell auf Kinder abgestellte Werbung für ungesunde Lebensmittel. Der Ausschuss erarbeitet jetzt eine Stellungnahme des Parlaments zum „Safer Hearts Plan“.
Auch mit Blick auf Krebserkrankungen forderte Charalambides schnelles Handeln der Kommission bei der Neufassung der EU-Tabakgesetzgebung. Dabei geht es um das Einbeziehen neuartiger Produkte wie Verdampfer oder E-Zigaretten. Als Prioritäten seiner Ratspräsidentschaft nannte der Minister den Abschluss der gestern begonnenen Verhandlungen zwischen Rat, Parlament und Kommission über Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelversorgung (Critical Medicines Act) sowie die Verschlankung der EU-Verordnungen für Medizinprodukte und für In-vitro-Diagnostika. Zudem strebe er eine Positionierung des Ministerrates zu den Vorschlägen der Kommission zur Stärkung der Biotechnologie in der EU bis Juni an. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Verbesserung der psychischen Gesundheit. Zypern hatte zu Jahresbeginn die sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft von Dänemark übernommen. (toro)
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.