Linnemann würdigt Apotheken als wichtigen Teil der Innenstädte
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat die Apotheken als wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens und der Innenstädte gewürdigt. „Das Innenstadtleben findet mit Apotheken statt, Marktplätze finden mit Apotheken statt, und die Innenstädte werden bereichert durch Apotheken“, sagte der CDU-Politiker zur Eröffnung des Deutschen Apothekertages heute in München. Es war Linnemanns erster offizieller Auftritt nach seiner Vereidigung als Minister vergangene Woche im Bundestag.
Die durch die Apothekenreform angestoßenen Änderungen seien wichtig und richtig, bekräftigte der neue Bundesgesundheitsminister. Apotheken spielten künftig eine größere Rolle, etwa bei der Notfall- und bei der Primärversorgung. Apotheken seien eine gute erste Anlaufstelle für Patienten. Linnemann signalisierte darüber hinaus weitere Unterstützung. Nachdem er und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die entsprechende Mantelverordnung unterzeichnet hätten, könnten die Apotheker schon ab der nächsten Woche mit „ihren Großhändlern Skonti verhandeln“.
Schützenhilfe versprach der Minister bei dem von den Apothekern angeprangerten Geschäftsgebaren ausländischer Versandhändler. Die Beschlüsse der Europäischen Union (EU) und nationaler Gerichte passten nicht zusammen. Die Werbung für einen Zuzahlungserlass seitens ausländischer Versender nenne man volkswirtschaftlich Wettbewerbsverzerrung, betonte Linnemann. „Die Antwort ist einfach. Entweder es dürfen beide oder es darf keiner.“ „Es darf keine Wettbewerbsverzerrung geben und dafür werde ich mich einsetzen.“
Abda-Präsident Thomas Preis nannte die Apothekenreform der Bundesregierung „genau den richtigen Weg“. Nach mehr als 13 Jahren würden die Apotheken wieder gestärkt, Apothekerinnen und Apotheker erhielten zusätzliche Kompetenzen, um die Patientenversorgung zu verbessern. Die Politik eröffne den Apotheken neue Möglichkeiten, „die Apothekerschaft ist bereit, sie zu nutzen“, unterstrich Preis. Die Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro erst zum 1. Januar 2027 werde der schwierigen Lage der Apotheken allerdings nicht gerecht.
Im Vorfeld des Treffens hatten die Apotheker einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt. Dieser sieht neben einer nachhaltigen wirtschaftlichen Stabilisierung der Apotheken deren weitere Einbindung in die Primärversorgung, eine Entbürokratisierung des Arbeitsalltags, die Eindämmung des ausländischen Versandhandels sowie den Aufbau einer Krisenresilienz in der Arzneimittelversorgung vor. (ter)