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Entspannung bei Kinderarzneimitteln und HIV-Medikament

26.02.2024 2 Min. Lesedauer

Die Versorgungslage bei Kinderarzneimitteln entspannt sich. Das geht aus einem Bericht der sogenannten High-Level-Arbeitsgruppe hervor, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach einberufen hatte, um die Medikamentenversorgung für Kinder besser zu überwachen. Danach gibt es jetzt Entwarnung für fiebersenkende und schmerzlindernde Zäpfchen mit Paracetamol und Ibuprofen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bestätigte G+G, dass sich die Situation verbessert habe. Zudem hat sich die Versorgungslage beim einzigen HIV-Medikament, das auch als Schutz vor einer HIV-Infektion zugelassen ist, verbessert. Das sagte Holger Wicht von der Deutschen Aidshilfe (Dah) G+G.

„Die Versorgung mit Kinderarzneimitteln der Dringlichkeitsliste hat sich positiv entwickelt und ist gesichert“, bestätigte eine BMG-Sprecherin gegenüber G+G den Bericht des Steuerungskreises zur Versorgungssituation mit Kinderarzneimitteln. „Einkauf und Abverkauf der Apotheken sind aktuell ausbalanciert.“ Bei den Antibiotika Azithromycin und Clarithromycin bestünden noch Engpässe, hier würde sich die Versorgung aber durch „anstehende Industriebelieferungen“ weiter verbessern. Hervorzuheben sei die gute Verfügbarkeit der Antibiotika Cotrim, Cefixim und Amoxicillin/Clavulansäure.

Auch bei Medikamenten mit dem Asthma-Bronchitis-Wirkstoff Salbutamol habe die Verfügbarkeit „durch engmaschiges Monitoring und Nachsteuerung von Produktion und Beschaffung“ sichergestellt werden können, so die Sprecherin. Der Bericht der Arbeitsgruppe, in der auch Hersteller, Großhandel, Ärzte- und Apothekerschaft vertreten sind, hatte nach Darstellung des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) lediglich eine baldige Entspannung in Aussicht gestellt. „Ausgehend von einer Bevorratung der Apotheken in den Vormonaten kann weiterhin bei den Arzneimitteln der Dringlichkeitsliste grundsätzlich von einer guten Versorgung ausgegangen werden“, zitierte RND aus dem Papier. Nur wenige Mittel seien knapp. Dabei handele es sich neben dem Breitbandantibiotikum Clarithromycin um Penicillin V.

Auch das HIV-Medikament mit den Substanzen Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil, für das das BMG kürzlich einen Versorgungsmangel festgestellt hatte, ist nun wieder besser verfügbar. „Es sind mittlerweile mehrere große Lieferungen angekommen“, bestätigte Dah-Sprecher Wicht G+G. Wichtig sei nun, „die Verfügbarkeit langfristig zu sichern“. Ein Problem sei die Konzentration auf wenige Hersteller und Produktionsanlagen. Das Medikament, das auch für die HIV-Prophylaxe PrEP zugelassen ist, wird von rund 40.000 Menschen eingenommen.

Der Vorstandsvize der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Mathias Arnold, betonte hingegen, dass Lieferengpässe auch bei lebenswichtigen Medikamenten weiterhin „leider zum Alltag in den Apotheken“ gehörten. Die Lieferengpassliste umfasse noch etwa 500 Medikamente, sagte er G+G. (sg/sev)

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