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Durchschnittlicher Zusatzbeitrag steigt um 0,1 Prozentpunkte

01.11.2023 2 Min. Lesedauer

Viele Kassenversicherte müssen sich zum Jahreswechsel auf weiter steigende Beiträge einstellen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erhöhte nun den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2024 per Verordnung um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Krankenkassen zeigten sich besorgt. Beitragserhöhungen belasteten kleine und mittlere Einkommen besonders, kritisierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jens Martin Hoyer. Die Politik müsse „endlich wieder ernsthaft das Ziel“ verfolgen, „die Beiträge stabil zu halten“.

Der Zusatzbeitrag war erst Anfang 2023 angehoben worden. Mit der erneuten Erhöhung folgt Lauterbach einer Empfehlung des Schätzerkreises für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) von Mitte Oktober. Dieser erwartet 2024 eine Finanzlücke von 3,2 Milliarden Euro, die durch den höheren Zusatzbeitrag gedeckt werden soll. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist zunächst eine Plangröße. Den konkreten Zusatzbeitrag legen die einzelnen Kassen auf Basis ihrer Finanzlage fest. Aktuell liegt der Zusatzbeitrag bei 1,51 Prozent, also unter dem für 2023 festgesetzten Planwert von 1,6 Prozent.

Nach einer ersten Analyse des Finanzdienstleisters Bitmarck werden wahrscheinlich 50 Prozent der Kassen einen höheren Zusatzbeitrag verlangen müssen als von Lauterbach festgelegt, berichtete das „Handelsblatt“. Dies betreffe 65 Prozent der GKV-Versicherten. 40 Prozent der Kassen mit rund einem Drittel der Versicherten könnten hingegen voraussichtlich unter der Marke bleiben. Zum Zusatzbeitrag kommt noch der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent.

Die Kassen forderten Reformen ein. Hoyer warnte davor, die Beitragszahler überzustrapazieren. Drei Viertel aller beitragszahlenden GKV-Mitglieder verdienten 2022 monatlich weniger als 3.700 Euro brutto. „Es sind also vor allem die kleinen und mittleren Einkommen, die nicht nur durch Inflation und Preissteigerung besonders gebeutelt werden, sondern auch überproportional von Beitragssatzsteigerungen betroffen sind“, mahnte Hoyer.

Auch der Ersatzkassenverband Vdek erinnerte die Ampel an ihre eigenen Versprechen. Anders als im Finanzstabilisierungsgesetz 2022 vorgegeben, bleibe die Regierung nach wie vor ein nachhaltiges Finanzkonzept schuldig, kritisierte Vdek-Chefin Ulrike Elsner. Lauterbach sieht hingegen keinen akuten Handlungsdruck. Er bewertete die Prognose des Schätzerkreises als „gute Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte“. Das Finanzstabilisierungsgesetz greife, die Beiträge seien praktisch stabil, so der Minister im Oktober. (cm)

2 Kommentare

All dies war absolut absehbar. Wer glaubt, es sei möglich, ein multisystemisches, aerosolübertragenes Virus ungebremst wieder und wieder durch die Gesellschaft jagen zu können, ohne dass Krankenstände und Kosten für alle massiv steigen, ist entweder ignorant oder naiv.

Ich habe eine frage bezahlt der Herr Lauterbach auch Kassen Beitrag so wir oder Braut er nicht zahlen das wer uns gegen unfer denn die ihren Beiträge könnnen auch erhöht werden Danke

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