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Wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser bleibt kritisch

29.12.2025 2:30 Min. Lesedauer

Die finanzielle Situation in der stationären Versorgung hat sich weiter verschlechtert. Nach den Ergebnissen des heute veröffentlichten Krankenhaus-Barometers haben 66 Prozent der befragten Häuser 2024 mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für 2025 rechnen rund 70 Prozent der Häuser erneut mit einem Fehlbetrag. Lediglich 14 Prozent erwarten einen Überschuss. Nur sechs Prozent bewerten ihre aktuelle Lage als eher gut.

Wie aus der vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) durchgeführten Befragung hervorgeht, hat sich die Entwicklung gegenüber 2023 weiter verschlechtert. Der Anteil der Einrichtungen mit positivem Jahresergebnis sei von 30 auf 23 Prozent gesunken. Besonders kleinere und mittelgroße Häuser seien häufiger defizitär. Die Erwartungen für die kommenden Jahre blieben ebenfalls verhalten. Für 2026 gingen 44 Prozent der Häuser von einer weiteren Verschlechterung aus, während 13 Prozent mit einer Verbesserung rechneten. Als wesentliche Belastungsfaktoren nannten die Einrichtungen steigende Kosten, insbesondere für Personal, Energie und medizinischen Sachbedarf.

Durch die bevorstehende Krankenhausreform sieht sich laut DKG ein Großteil der Einrichtungen mit „erheblichen Unsicherheiten“ konfrontiert, etwa mit Blick auf künftige Leistungsangebote, Fallzahlenentwicklung oder Liquidität. Dadurch würden notwendige Investitionen in Gebäude, Technik und organisatorische Weiterentwicklungen vielfach aufgeschoben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind im Jahr 2024 bundesweit 29 Krankenhäuser beziehungsweise Krankenhausgesellschaften von Insolvenzverfahren betroffen gewesen. Damit habe sich die Zahl gegenüber den Vorjahren erhöht.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, erklärte, man steuere „sehenden Auges auf eine Situation zu, die dramatische Auswirkungen auf die Krankenhauslandschaft in Deutschland haben wird“. Die Folgen würden „auch für die Patientinnen und Patienten spürbar sein“. Zudem warnte Gaß: „Eine Wartelistenmedizin wird dann auch in Deutschland zur Realität.“ Die Ergebnisse des Krankenhaus-Barometers beruhen auf einer schriftlichen Befragung von 376 Allgemeinkrankenhäusern mit mindestens 100 Betten, die zwischen Mai und Juli 2025 durchgeführt worden ist. (fb)

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