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DKG fordert für 2026 Kurswechsel in der Gesundheitspolitik

15.01.2026 2:30 Min. Lesedauer

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Zuspitzung der Krise im Gesundheitswesen und fordert einen Kurswechsel. „2026 muss ein Jahr der Entscheidungen werden“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende, Gerald Gaß, heute bei der Jahresauftaktpressekonferenz seines Verbandes in Berlin. „Wir brauchen jetzt tiefgreifende Reformen im Gesundheitswesen, klare Prioritäten und den politischen Mut, unbequeme, aber notwendige Maßnahmen umzusetzen.“ Angesichts eines ab 2027 zu erwartenden Defizits im Gesundheitswesen in zweistelliger Milliardenhöhe reichten kurzfristige Sparmaßnahmen nicht aus. Krankenhäuser als Kostentreiber des Gesundheitssystem zu titulieren, wies Gaß als „sachlich falsch und politisch bequem“ zurück.

Im Hinblick auf die Krankenhausreform betonte die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende, Henriette Neumeyer, dass die Kliniken bereit seien, in den kommenden Jahren auf Standorte zu verzichten oder sie in sektorenübergreifende Versorgungszentren umzuwandeln. Dafür würden aber verlässliche Rahmenbedingungen benötigt. „Ohne diese Voraussetzungen droht die Krankenhausreform zu scheitern.“ Kritik übte die DKG an den aktuellen Sparmaßnahmen, die bereits 2026 zu realen Vergütungskürzungen führen würden. Viele Krankenhäuser befänden sich in „existenziellen Schwierigkeiten“, betonte Gaß. „Steuert die Politik nicht um, wird sich diese Entwicklung weiter beschleunigen.“

Offen zeigte sich der Verband für eine Überprüfung des Pflegebudgets. Die laufende fachliche Debatte sei „durchaus angemessen“, sagte Gaß. Es sei notwendig, zu analysieren, wie viel tatsächlicher „Aufwuchs in der Pflege“ in den Krankenhäusern über die Jahre erreicht worden sei und wie sich die Versorgung entwickelt habe. Gaß erneuerte zugleich seine Kritik an den Vorwürfen eines Missbrauchs des Pflegebudgets, die der BKK-Dachverband Anfang der Woche geäußert hatte. „Wenn jemand vermutet, dass es Betrug gibt in Krankenhäusern, dann muss man diese einzelnen Fälle aufarbeiten.“ Dies habe nichts mit dem System an sich zu tun. Es sei daher falsch, Vorwürfe zu erheben, für die es keine Begründung gebe. (ts)

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