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Neue Ernährungsempfehlungen binden erstmals Umweltkriterien ein

06.03.2024 2 Min. Lesedauer

Weniger Tier, mehr Pflanze: In ihren neuen Empfehlungen berücksichtigt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erstmals auch die Umweltauswirkungen von Lebensmitteln. Ziel sei es gewesen, „eine Ernährung zu definieren, die gesund ist in Bezug auf Nährstoffe und Krankheitsrisiko, aber auch gesund ist in Bezug auf die Auswirkungen auf die Umwelt“, erklärte DGE-Präsident Bernhard Watzl in einem heute veröffentlichten Podcast. Seine Organisation habe über acht Jahre lang an den Empfehlungen gearbeitet.

Generell schlägt die DGE eine „gesundheitsfördernde und ökologisch nachhaltigere Ernährung“ vor, die zu mehr als drei Vierteln aus pflanzlichen und zu knapp einem Viertel aus tierischen Lebensmitteln bestehen sollte. Konkret bedeutet das laut DGE, wöchentlich maximal noch 300 Gramm Fleisch und Wurst sowie ein Ei zu essen. Bislang galten 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst als Richtwert.

Abstriche sollten die Bürger auch bei Milchprodukten machen. Empfohlen werden nun täglich zwei statt bislang drei Portionen Milch und Milchprodukte. Unverändert bleibt die Empfehlung, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Aktuell essen laut Ernährungsreport 2023 des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) nur 71 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Tag Gemüse und Obst. 20 Prozent verzehren täglich Fleisch- und Wurstwaren. Allerdings sinkt dieser Anteil – besonders bei jungen Menschen.

Die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland begrüßte die neuen Empfehlungen als „wichtigen Schritt hin zu einer Ernährung innerhalb der Grenzen unseres Planeten“. Wichtig sei jedoch auch die Umsetzung im Alltag, etwa durch eine Überarbeitung der Qualitätsstandards für das Essen in Kitas, Schulen oder Seniorenheimen. Hier müssten Bund und Länder nachlegen.

Der AOK-Bundesverband verwies auf eine Forsa-Befragung zur klimaschonenden Ernährung. Danach würden sich 68 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gerne nachhaltiger ernähren. Allerdings mache die Umfrage auch deutlich, dass vielen Menschen das entsprechende Wissen fehle. So sei nur einem Viertel der Erwachsenen bekannt, dass der reduzierte Konsum tierischer Produkte wie Fleisch oder Milchprodukte den stärksten Effekt auf das Klima habe. Drei Viertel der Befragten wünschten sich ein verbindliches und verständliches Klimalabel für Lebensmittel. (at)

 

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