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Prognose: 800.000 neue Demenzfälle bis 2060

15.06.2026 2 Min. Lesedauer

Die Zahl der Demenzerkrankten könnte Prognosen zufolge von 1,3 Millionen auf 2,1 Millionen bis 2060 ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln. Frühzeitiges Eingreifen und ein gesunder Lebensstil könnten dabei die Hälfte der Neuerkrankungen verhindern. „Durch Prävention und eine gute Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Verzicht auf das Rauchen, mehr Bildung, die Behandlung von Hörstörungen und die Vermeidung sozialer Isolation kann einer Demenzentwicklung vorgebeugt werden“, betonte WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

Die Analyse für die 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland zeigt, dass besonders in ländlichen Regionen im Osten ein Anstieg von Demenzerkrankungen zu erwarten ist. Die schon jetzt bestehenden Unterschiede zwischen städtischen Regionen mit relativ junger Bevölkerung und ländlichen Gebieten mit relativ alter Bevölkerung werden sich demnach deutlich verstärken. Im Jahr 2020 reichte die Spanne der Demenz-Prävalenz von 1,0 Prozent in Tübingen bis 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 wird laut WIdO eine Spanne von 1,7 Prozent in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg prognostiziert. Der Unterschied zwischen der Region mit der höchsten und der niedrigsten Demenz-Prävalenz beträgt damit mehr als das 3,5-Fache.

Die wachsenden Demenz-Fallzahlen haben direkte Folgen für die Versorgung. Denn mit steigender Lebenserwartung erhöhen sich im gesamten Bundesgebiet nicht nur die Demenzfälle, sondern es gibt auch weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 65 Jahren. Somit schrumpft die Zahl derer, die die Versorgung gewährleisten können. Im Jahr 2020 lag das Verhältnis bei 2,6 Demenzerkrankten je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Rechnerisch stand also einem Demenzfall eine Zahl von etwa 38 Erwerbsfähigen für die Versorgung gegenüber. Die Kennzahl wird laut Analyse bis zum Jahr 2060 auf einen Wert von 4,7 ansteigen. Dann sind es nur noch 21 Erwerbsfähige pro Demenzfall. Selbst bei optimaler Prävention werde sich die Situation verschlechtern und der Versorgungsbedarf um zehn Prozent steigen.

Die Ergebnisse zeigten „die ganz konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene“ von Demenz, unterstrich WIdO-Geschäftsführer Schröder. Darauf müssten sich „Versorgungsstrukturen, Pflegeangebote und Kommunalpolitik einstellen“, um regionale Engpässe zu vermeiden. (imo)

Foto: Die Hände eines älteren Menschen liegen überkreuzt auf einem aufgeschlagenen Fotoalbum.
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