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Bündnis fordert mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen

03.06.2026 2 Min. Lesedauer

Eine Allianz aus Krankenkassen, Ärzteschaft, Pharmaindustrie, Wissenschaft und weiteren Akteuren macht sich für eine verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen stark. „Wir müssen uns das Thema Nachhaltigkeit leisten“, sagte die Vorständin des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Anne-Kathrin Klemm, heute in Berlin. Gemeinsam mit der Bundesärztekammer, dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und dem Centre for Planetary Health Policy (CPHP) legten die BKKen ein von 37 Organisationen unterstütztes Eckpunktepapier vor, das in Kürze dem Bundesministerium für Gesundheit übergeben werden soll.

Das Eckpunktepapier versteht Nachhaltigkeit als Strukturthema für ein leistungsfähiges, bezahlbares und resilientes Gesundheitswesen. Es baut auf Prävention, weniger Fehlversorgung und eine gezieltere Patientensteuerung. Erfahrungen aus Österreich, den Niederlanden, Dänemark und England flossen ein, wo bereits Strategien für das Gesundheitswesen existieren. Dafür braucht es Klemm zufolge einen politischen Rahmen, ein klares Mandat und Verlässlichkeit – weg von „Insellösungen“.

Der Vorstoß fiel mit der Vorstellung der Nachhaltigkeitsstrategie für Kreislaufwirtschaft von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zusammen. Klemm verwies darauf, dass das Gesundheitswesen darin nach ihrer Durchsicht nicht vorkomme. Nachhaltigkeit in der Versorgung müsse aber „beachtet und mitgedacht“ werden. Finanzierungsfragen, Fachkräftemangel, Demografie sowie Klima- und Umweltfolgen belasteten das System erheblich. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz könne „Luft“ für Reformen schaffen. Dabei sei Nachhaltigkeit „kein Add-on“.

Ärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt verband Nachhaltigkeit mit langfristigem Denken und einer besseren Steuerung der Versorgung. Prävention, Koordination und Primärversorgung seien dafür zentral. Dass Wissen allein nicht reiche, zeige etwa die Debatte um die Zuckersteuer. Zugleich müsse „eine Menge Redundanz“ im System abgebaut werden.

BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen betonte, die Pharmaindustrie unterstütze die Transformation „ausdrücklich“. Entscheidend seien belastbare Daten, europäische Standards und Rahmenbedingungen, die „Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit“ gleichermaßen ermöglichten. CPHP-Leiterin Dorothea Baltruks mahnte angesichts vieler bestehender Nachhaltigkeitsinitiativen im Gesundheitswesen eine Gesamtstrategie an.

Die AOK Baden-Württemberg, die zu den Unterstützern des Papiers gehört, will Nachhaltigkeit kassenübergreifend vorabringen. Vorstandschef Johannes Bauernfeind erklärte, Gesundheit und Nachhaltigkeit gehörten „untrennbar zusammen“. (sr)

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