Experten fordern klare Strukturen für Caring Communities
„Verlässliche organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen“ für sogenannte Caring Communities in der Regelversorgung fordern Pflege-Expertinnen und -Experten. Es gelte, raus aus der Aneinanderreihung von Projekten zu kommen, so der Tenor auf einem Fachtag, veranstaltet vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Die Relevanz freiwilligen Engagements für die Daseinsvorsorge auf kommunaler Ebene und auch im Bereich Pflege in Form von sorgenden Gemeinschaften sei unumstritten, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag.
„Jetzt geht es darum, die lokalen und regionalen Initiativen zu verbinden“, betonte die Leiterin der Gruppe Altenpolitik und Pflegerecht im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), Petra Köster. Sie unterstrich, dass das ehrenamtliche Engagement kein Ersatz für professionelle Pflege sei, sondern eine Ergänzung und nicht als „Lückenbüßer“ betrachtet werden dürfe.
Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Pflegekassen und aus der Wissenschaft stellten die Dringlichkeit heraus, eine verbindliche und zugleich auf die regionalen und lokalen Gegebenheiten abgestimmte Struktur für sorgende Gemeinschaften zu schaffen. In den ersten Bundesländern werde 2029 der Kipp-Punkt mit mehr Renteneintritten als neuen Pflegefachkräften erreicht, führte Rechts- und Sozialwissenschaftler Thomas Klie aus. Schon jetzt sei die Situation angespannt.
Für die Pflegekassen rief Antje Hofmann vom Verband der Ersatzkassen (Vdek) dazu auf, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten für Modellversuche in Quartieren zu nutzen. Nordrhein-Westfalen biete dafür dank einer Vielfalt regionaler Netzwerke beste Voraussetzungen. Erfolgreich erprobte Modelle müssten anschließend in die Regelversorgung überführt werden.
Auch für die AOK-Gemeinschaft ist Pflege vor Ort zentral. Sie fordert ebenfalls, Caring Communities systematisch zu etablieren. Um dem Wunsch vieler Betroffener nach einer Pflege in gewohnter Umgebung nachzukommen, müssten angesichts sich verändernder Familien- und Beziehungsstrukturen die sozialräumlichen Sorgestrukturen vor Ort gestärkt werden. Um die Herausforderungen der Pflege zu bewältigen, arbeitet derzeit eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe an einer Reform. Erste Ergebnisse stießen bei Verbänden auf Enttäuschung. Weitere Beratungen sind im Februar geplant. (imo)
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