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GKV-Reform: Reinhardt mahnt mehr Patientenorientierung an

28.04.2026 2 Min. Lesedauer

Vor dem Hintergrund der für den morgigen Mittwoch geplanten Kabinettssitzung zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mahnt die Bundesärztekammer (BÄK) eine stärkere Orientierung an der Versorgung der Patienten an. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei eine verlässliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung von Bedeutung und habe ihren eigenen Wert, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt heute im Vorfeld des 130. Deutschen Ärztetages vom 12. bis 15. Mai in Hannover. Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ausgearbeiteten Reformen bezeichnete Reinhardt als „erhebliches Sparpaket“.

Die Ärzteschaft werde die Reformen im Nachgang „minutiös monitoren“, kündigte Reinhardt an. Wichtig sei es, die Finanzierung der über die Telefonnummer 116117 erreichbaren offenen Sprechstunden weiter sicherzustellen. Auch dürfe die bisherige Refinanzierung von Tarifsteigerungen bei Klinikpersonal nicht ohne tragfähige Alternative gestrichen werden. Kritisch äußerte sich der BÄK-Präsident über das geplante verpflichtende Zweitmeinungsverfahren bei bestimmten planbaren Eingriffen. Bei mehr als rund 200.000 Eingriffen pro Jahr an Hüften oder Knien sei eine verpflichtende Zweitmeinung hoch bürokratisch, hoch komplex und unangemessen.

Zudem unterstrich Reinhardt die Forderung, die Gesundheitsversorgung der Bezieher von Grundsicherung künftig aus Steuermitteln zu finanzieren. Generell sollten sich die Ausgaben nicht allein an der Grundlohnsumme orientieren, erklärte er auch mit Blick auf die gestern veröffentlichte Resolution des „Bündnis für Gesundheit“. Wichtig seien Strukturreformen, die mehr Kooperation im Gesundheitswesen bewirkten. 

Ein Schwerpunkt des Ärztetages in Hannover wird laut BÄK das Themenfeld Sucht und Drogen sein. Die 250 Delegierten werden unter anderem mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streeck, über suchtmedizinische Entwicklungen, Prävention und die ärztliche Verantwortung im Umgang mit Abhängigkeitserkrankungen sprechen. Der Schwerpunkt liege dabei auf stoffgebundenen Suchterkrankungen. Zudem werde über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in einer zunehmend digitalen Welt beraten und darüber, wie Mediensucht frühzeitig erkannt, wirksam verhindert und durch eine Stärkung der Medienkompetenz eingedämmt werden kann. Außerdem werde sich das Parlament der Ärzte in diesem Jahr mit der Fortentwicklung von Weiterbildungen befassen. (ter)

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