Ärzteschaft fordert Verankerung von Gesundheit in allen Politikbereichen
Trotz hoher Gesundheitsausgaben ist die Lebenserwartung in Deutschland unterdurchschnittlich. Das liegt laut einer aktuellen Bestandsaufnahme der Bundesärztekammer (BÄK) auch daran, dass hierzulande ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz hin zu einer gesünderen Lebensweise noch nicht stark genug ausgeprägt sei. „Wenn wir die Gesundheit der Bevölkerung langfristig stärken wollen, müssen wir sie im Sinne eines Health-in-all-Policies-Ansatzes in allen Politikfeldern mitdenken“, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt heute bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin und forderte eine neue Public-Health-Strategie für Deutschland. Unterstützung bekam er von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die sich für mehr Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung in der Bevölkerung aussprach.
Politische Entscheidungen in Bereichen wie Bildung, Umwelt, Arbeit, Stadtentwicklung oder Verkehr müssten, so Reinhardt weiter, auch gesundheitliche Auswirkungen berücksichtigen, damit die „Gesunderhaltung der Bevölkerung als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe gelingen“ könne. Aktuell sind Gesundheitsförderung und Prävention laut der BÄK-Bestandsaufnahme in Deutschland noch zu wenig ausgeprägt. Kurative würden gegenüber präventiven Maßnahmen priorisiert, zudem gebe es eine „mangelnde politische Unterstützung für die Umsetzung unstrittig sinnvoller und wirksamer Public-Health-Programme“ wie etwa der WHO-Tabakrahmenkonvention, heißt es in der Stellungnahme weiter. Die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung sei unzureichend, was zu einer erhöhten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führe.
Auch Gesundheitsministerin Warken sieht noch „deutlich Luft nach oben“, was etwa die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung angehe. Das solle sich beispielsweise durch eine verbesserte Gesundheitskommunikation, die die Bevölkerung schneller und besser mit faktenbasierten Informationen zu ihrer Gesundheit erreiche, ändern. Zudem plädierte die CDU-Politikerin für mehr Eigenverantwortung: „Um eine finanzierbare und gute Gesundheitsversorgung für die Zukunft aufzustellen, sind Veränderungen unumgänglich, und dabei wird auch die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Rolle spielen.“
Am kommenden Donnerstag, 4. Dezember, wird der AOK-Bundesverband gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) einen neuen „Public Health Index“ vorstellen. Er zeigt auf, wo Deutschland im internationalen Ranking steht und was verbessert werden muss. (tie)
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