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Kinderkrankentage bleiben überwiegend Frauensache

01.06.2026 2 Min. Lesedauer

Frauen haben 2025 weiterhin deutlich häufiger Kinderkrankentage beantragt als Männer. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum heutigen internationalen Kindertag. Demnach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 73 Prozent der Kinderkrankentage von weiblichen AOK-Mitgliedern genommen. Auf Männer entfielen 27 Prozent. Der AOK-Bundesverband sieht darin ein Zeichen für ungleich verteilte Sorgearbeit.

Besonders gering war der Väteranteil in Bayern. Dort wurden nur 23 Prozent der Kinderkrankentage von Männern genommen, 77 Prozent von Frauen. Den höchsten Väteranteil hatte Sachsen mit knapp 31 Prozent Kinderkrankentagen bei den Vätern und rund 69 Prozent bei den Müttern.

Die WIdO-Auswertung zeige, „wie ungleich die Care-Arbeit in Familien weiterhin verteilt ist“, sagte AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann. Eltern sollten zwar frei entscheiden können, wer ein krankes Kind betreut. Sie wünsche sich aber, „dass diese Aufgabe nicht automatisch in großen Teilen Frauensache bleibt“.

Der Anspruch auf Kinderkrankentage gilt für gesetzlich versicherte Elternteile grundsätzlich gleichermaßen. Bei einem Kind stehen jedem Elternteil 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Jahr zu, Alleinerziehenden 30 Tage. Bei mehreren Kindern erhöht sich die Anzahl der Tage. Voraussetzung ist ein ärztliches Attest.

Finanziell bedeutet ein Kinderkrankentag Einbußen: Statt des vollen Gehalts werden regulär 90 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts nach Beantragung über die Krankenkasse ausgezahlt. Der Bruttoanspruch ist derzeit auf 135,63 Euro pro Tag begrenzt. Zudem werden Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.

„Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, dürfte auch dazu beitragen, dass die Kinderkrankentage nicht gleichberechtigt aufgeteilt werden“, sagte Reimann. Deshalb sei es richtig, dass die zwischenzeitlich im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes diskutierte Kürzung des Kinderkrankengeldes nicht weiterverfolgt werde. Kinderkrankengeld sei „eine wichtige Errungenschaft der Solidargemeinschaft, an der nicht gerüttelt werden sollte“.

Insgesamt gingen die Kinderkrankenfälle bei der AOK zuletzt leicht zurück. 2025 meldeten 4,6 Prozent der Anspruchsberechtigten mindestens einen Kinderkrankenfall. Während der Corona-Pandemie gab es 2022 im Zehnjahresvergleich mit 5,1 Prozent der AOK-Mitglieder einen Höchststand. Auch die Dauer pro Fall sank. 2025 wurden im Schnitt 2,5 Kinderkrankentage eingereicht, 2022 waren es 2,8 Tage. (sr)

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