Ausgaben für Gesundheitsleistungen sind enorm gestiegen
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 lagen sie insgesamt bei 538,2 Milliarden Euro. Das entspricht 6.444 Euro je Einwohnerin und Einwohner, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte. Damit haben sich die Ausgaben in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdreifacht. 1994 lagen sie noch bei 175,3 Milliarden Euro. Am meisten Geld wurde laut Statistik für ambulante und stationäre Pflege ausgegeben.
Gegenüber 2023 nahmen die Gesundheitsausgaben laut Auswertung um 37,9 Milliarden Euro (7,6 Prozent) zu. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag demnach 2024 bei 12,4 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Für 2025 werde auf Basis vorliegender Daten ein weiterer Anstieg auf 579,5 Milliarden Euro erwartet, teilte Destatis mit.
Am stärksten stiegen der Berechnung zufolge die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung. Sie erhöhten sich demnach gegenüber 2023 um 11,3 Prozent beziehungsweise 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. „Ausschlaggebend waren insbesondere höhere Aufwendungen für Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie gestiegene Leistungszuschläge zur Begrenzung der Eigenanteile bei vollstationärer Pflege", erläuterte das Institut. Der Anteil der sozialen Pflegeversicherung an den gesamten Gesundheitsausgaben liege bei zwölf Prozent.
Den größten Anteil an den Gesundheitsausgaben trägt laut Statistik weiterhin die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit knapp 56 Prozent. Ihre Ausgaben summierten sich demnach 2024 auf 300,8 Milliarden Euro und lagen damit um 21,7 Milliarden Euro (7,8 Prozent) über dem Vorjahr. Knapp die Hälfte der Gesamtausgaben würden auf ambulante Versorgungseinrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken entfallen, erklärte das Institut. In stationären und teilstationären Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen seien insgesamt 197,7 Milliarden Euro (36,7 Prozent) aufgewendet worden.
Um die Finanzlage des Gesundheitswesens zu verbessern, hatte Anfang der Woche die von der Bundesregierung eingesetzte Finanzkommission Gesundheit ein Paket mit 66 Vorschlägen vorgelegt. Darin empfehlen die Experten unter anderem ein Ende der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern, eine Teilkrankschreibung sowie eine höhere Besteuerung von Tabak, süßen Getränken und Spirituosen. Dadurch könnten laut Experten im kommenden Jahr 42 Milliarden Euro eingespart werden. Die Kommission beziffert die Finanzierungslücke auf mehr als 15 Milliarden Euro im Jahr 2027, die ohne Gegenmaßnahmen auf über 40 Milliarden Euro bis 2030 anwachsen könnte. (ts)
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.