Zahl der Pflege-Auszubildenden deutlich gestiegen
Immer mehr Menschen starten in den Pflegeberuf. Rund 64.300 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachkraft wurden 2025 abgeschlossen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Das ist eine Steigerung um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gab es zum Erhebungsstichtag 31. Dezember 2025 mit rund 158.000 Auszubildenden so viele Personen wie noch nie seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung. Angesichts dieser positiven Entwicklung forderte der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) die Abschaffung starrer Vorgaben, damit mehr Pflegebedürftige versorgt werden könnten.
Den Pflegeberuf streben nach wie vor mehr Frauen als Männer an. Auch wenn der Anteil der Männer unter den Pflegeauszubildenden zuletzt zunahm, schlossen Frauen mit 71 Prozent wesentlich häufiger einen Ausbildungsvertrag ab. Die Zahl der Männer in einer Pflegeausbildung stieg 2025 um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Frauen erhöhte sich der Anteil in diesem Zeitraum lediglich um sechs Prozent.
Im längerfristigen Vergleich streben seit dem Start der neuen Ausbildungsform 2020 mit einem Anstieg von fünf Prozentpunkten mehr Männer den Beruf Pflegefachmann an. Ein Pflegestudium nahmen nach den vorläufigen Destatis-Ergebnissen 2025 rund 800 Studierende auf. Unter den Studierenden mit Neuvertrag waren ebenfalls mehr Frauen (77 Prozent) als Männer (22 Prozent). Zum 31. Dezember 2025 lag die Anzahl der Pflegestudierenden insgesamt bei rund 1.800.
Die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachperson wurde mit dem Pflegeberufereformgesetz von 2017 begründet. Damit wurden die bis dahin getrennten Ausbildungen zum Berufsbild Pflegefachperson zusammengeführt. Mit dem 2024 eingeführten Studium durch das Pflegestudiumstärkungsgesetz können Studierende neben dem akademischen Grad eines Bachelors ebenfalls den Ausbildungsabschluss Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann erwerben. An einigen Hochschulen konnte das Pflegestudium bereits vor dem Jahr 2024 begonnen werden, ab 2024 setzte die Finanzierung ein.
Dass mit dem Anstieg der Pflegeauszubildenden die Zahl der belegbaren Pflegeplätze nicht mitwachse, monierte der AGVP. Der Verband forderte deshalb mehr Spielraum für Pflegeinrichtungen. Dass diese keine zusätzlichen Pflegebedürftigen versorgen könnten, liege „nicht an fehlenden Ausbildungskapazitäten oder mangelnder Bereitschaft der Pflegeunternehmen, sondern an einem bürokratischen Relikt aus den Neunzigerjahren“, kritisierte Geschäftsführerin Isabell Halletz. Fachkraftquoten und Personalschlüssel blockierten eine Versorgung von Pflegebedürftigen, die deshalb auf einen Platz warten müssten. (imo)
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