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Apotheker: BMG stellt höhere Honorare in Aussicht

05.02.2026 3 Min. Lesedauer

Im Streit um die Apothekerhonorare scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) machte den Apothekern heute erneut Hoffnung, dass das Fixum doch noch erhöht wird. „Da arbeiten wir noch dran“, sagte Thomas Müller, Leiter der Abteilung I für Arzneimittel, Medizinprodukte, Biotechnologie im BMG, bei einer Fachdiskussion von ApothekeAdhoc. Der Schritt sei überfällig, meinte Thomas Preis, Präsident der Apothekervereinigung Abda. So sei das Fixum seit 13 Jahren nicht gestiegen. Zurückhaltender äußerte sich Sabine Richard vom AOK-Bundesverband. Sie verwies auf die prekäre Finanzlage der Kassen und warnte vor weiteren Belastungen der Beitragszahler. Im nächsten Jahr drohe ein Loch von zwölf Milliarden Euro. „Da werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen können.“

Im Koalitionsvertrag hatte Schwarz-Rot versprochen, das Fixum, also das Apothekenhonorar pro abgegebene Verpackung rezeptpflichtiger Medikamente, von 8,35 auf 9,50 Euro zu erhöhen. In den aktuellen Reformplänen fehlt dies. Skeptisch äußerten sich Müller und Richard zur Forderung des Bundesrats nach einem Grundkostenzuschlag für die ersten 20.000 Abgaben rezeptpflichtiger Arzneimittel, um kleinere Apotheken zu unterstützen. Richard befürchtet einen massiven bürokratischen Mehraufwand. Damit würde ein komplett neuer Abrechnungsschritt eingeführt, warnte die Geschäftsführerin Versorgung im AOK-Bundesverband. Auch Müller zeigte sich kritisch. „Aktuell halten wir den Weg über die generelle Anhebung des Fixums für den besseren.“

Die Politik stehe in der Pflicht, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Das bedeute, dass die Wege zur nächsten Vor-Ort-Apotheke nicht zu weit werden dürften, unterstrich Müller. Richard warnte davor, zu glauben, der Fachkräftemangel ließe sich einfach durch finanzielle Anreize und mehr Geld lösen, und warb dafür, auch für neue Wege offen zu sein. Ein digitales Angebot sei besser als gar kein Angebot, so die Kassenvertreterin. Gleiches gelte für den Versandhandel. „Wir brauchen diesen Mix“. Dazu gehöre auch die Anlaufstelle vor Ort. Preis kritisierte die Versender hingegen als „Rosinenpicker“.

Illustration (farblich gehalten in lila): Aus der Vogelperspektive sind 5 Menschen in einem Raum zu sehen. Sie stehen um einen Sockel herum, auf dem ein Tablett mit der Aufschrift "Zusatznutzen" steht und in dessen Mitte liegt eine goldene Pille. Die Person links im Bild hat ein Preisschild in seiner Hand, auf dem ein Eurozeichen abgebildet ist. Von oben kommt ein Lichtkegel, der die Pille und das Tablett besonders hervorhebt.
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Unzufrieden zeigte sich Richard mit der Ausgestaltung der pharmazeutischen Dienstleistungen. Bisher fehle die Transparenz, welche Apotheke was anbiete. Zugleich seien 600 Millionen Euro aus dem entsprechenden Topf nicht abgeflossen, die andernorts fehlten. Hier wünschte sie sich gute Konzepte und eine bessere Vernetzung.

Unterdessen sehen sich die Apotheker durch neue Zahlen in ihrem Ruf nach mehr Geld bestätigt. So stiegen die Kassenausgaben für Arzneien nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) 2025 um 4,9 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Apothekerhonorare hätten jedoch stagniert. „Die Krankenkassen geben mehr Geld für weniger Medikamente aus“, sagte der DAV-Vorsitzender Hans-Peter Hubmann. Dagegen würden die Apotheken „kaputtgespart“. (cm)

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