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Mehr ambulante Operationen statt Klinikaufenthalte

20.12.2023 1:30 Min. Lesedauer

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem kommenden Jahr Anspruch auf insgesamt 3.312 ambulante Leistungen, die sie im Krankenhaus oder bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten vornehmen lassen können.

Auf die Erweiterung des Katalogs für ambulante Operationen (AOP-Katalog) um 171 OPS-Kodes zum 1. Januar 2024 haben sich GKV-Spitzenverband (GKV-SV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nun geeinigt, teilte der GKV-SV heute mit. Damit können laut Verband rund 300.000 vollstationäre Fälle mehr pro Jahr künftig ambulant behandelt werden.

„Für Patientinnen und Patienten bringt die Ambulantisierungsreform enorme Vorteile“, kommentierte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorständin beim GKV-SV, das Ergebnis. Für die Versicherten sei es angenehmer, nicht im Krankenhaus bleiben zu müssen. Bei gleicher Qualität werde nun bedarfsgerechter versorgt. „Stationäre Strukturen werden entlastet, die Ziele der anstehenden Krankenhausreform also unterstützt. Es freut mich, dass wir den zweiten Reformschritt wie vereinbart gemeinsam geschafft haben“, ergänzte Stoff-Ahnis. Hintergrund der Ausweitung der Ambulantisierung ist nach Angaben des GKV-SV eine Entlastung des Gesundheitswesens, denn im internationalen Vergleich hinke Deutschland hier hinterher. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Leistungen des AOP-Katalogs um 90 Prozent erweitert werden könnten. Dies habe die gemeinsame Selbstverwaltung jetzt im Auftrag des Gesetzgebers in zwei Schritten umgesetzt.

Dass besonders angesichts des Fachkräftemangels eine effizientere Aufstellung des Systems vonnöten ist, zu diesem Schluss kam bereits im Frühjahr der Krankenhausreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO): „Die im Zuge der anstehenden Krankenhausreform geplante Verlagerung von stationären Behandlungen in den ambulanten Bereich und die qualitätsorientierte Konzentration von Klinikleistungen auf weniger Standorte können auch wichtige Beiträge zur Lösung der Personalprobleme in den deutschen Krankenhäusern leisten“, bilanziert der Report zum Thema „Personal“. Daneben belegte jüngst eine vom Zentralinstitut für die kassenärztlichen Versorgung geförderte Studie, dass mindestens 20 Prozent aller Behandlungsfälle in Kliniken potenziell ambulant möglich seien. (imo)

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