Debatte: Krisen machen Kinder krank
Klimawandel, Krieg, Corona: Die Konfrontation mit globalen Krisen belastet die Psyche von Kindern und Jugendlichen, sagt Pädiater Jakob Maske. Schützend wirken aus seiner Sicht Bildung und eine Begrenzung des Medienkonsums.
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat in der Covid-19-Pandemie stark gelitten. Auch drei Jahre nach dieser Zeit mit den Lockdowns bleiben die psychischen Erkrankungen auf einem anhaltend hohen Niveau. Dazu tragen laut einer aktuellen Befragungsrunde der COPSY-Studie auch die derzeitige Konfrontation mit gleich mehreren globalen Krisen bei – darunter der Klimawandel, die wirtschaftliche Anspannung und die anhaltenden Kriege in verschiedenen Regionen der Welt. Auch die Covid-19-Pandemie wirkt noch nach. Das zeigt, dass psychische Erkrankungen einem bedeutend längeren Heilungsprozess unterliegen als beispielsweise eine Erkältung. Hinzu kommt, dass der Konsum Sozialer Medien die psychische Gesundheit oft stark negativ beeinträchtigt. Soziale Medien führen zu einer Konfrontation mit belastenden Inhalten, deren Verarbeitung für Jugendliche häufig schwer oder gar unmöglich ist.
Jugendliche in ihrer psychischen Gesundheit zu fördern, scheint am besten zu gelingen, wenn man die persönlichen, familiären und sozialen Ressourcen stärkt. Hieraus ergeben sich präventive Ansätze. Der am besten untersuchte Ansatz ist die frühkindliche Bildung, die im Vorschulalter beginnt. Sie schützt vor Armut, Krankheit und somit vor psychischen Erkrankungen. Die Investitionen in Bildung lohnen sich langfristig zudem für den Steuerzahler, da jeder investierte Euro sich mindestens achtzehnfach auszahlt.
„Frühkindliche Bildung schützt vor Armut, Krankheit und somit vor psychischen Erkrankungen.“
Kinder- und Jugendarzt
International sind Schulgesundheitsfachkräfte längst fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Sie sind häufig erste Ansprechpartner bei Anzeichen psychischer Auffälligkeiten und dadurch imstande, Erkrankungen zu vermeiden. In Deutschland gibt es dazu erst einzelne Pilotprojekte, die alle positiv evaluiert sind. Auch die Einschränkung oder – je nach Alter – das Verbot Sozialer Medien können die psychische Gesundheit schützen. Es ist gesellschaftliche Aufgabe, bestehendes Recht durchzusetzen. Dazu gehört, dafür zu sorgen, dass Betreiber von Netzwerken Altersbeschränkungen kontrollieren und einhalten. Dies ist von Kontrollinstanzen zu überprüfen und mit empfindlichen Strafen zu belegen.
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