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Buchrezensionen

22.04.2026 2 Min. Lesedauer

G+G stellt jeden Monat Bücher und Podcasts aus den Themenbereichen Gesundheitspolitik, Pflege, Versorgung und Wissenschaft vor.

Foto: In einer riesigen Bücherwand stehen hunderte Bücher.
Welche neuen Bücher und Podcasts gibt es im Gesundheitsbereich – G+G stellt sie vor.

Medizinrecht

Cover von Jan Christoph Widdel: Biobanken I. Berlin, Duncker & Humblot, 2026

Datenräume sichern, Forschung ermöglichen

Biobanken sind Grundlage medizinischer Forschung. Trotz wachsender Bedeutung bleiben viele rechtliche Fragen offen. Der Autor analysiert nationale und internationale Regelwerke, besonders die EHDS-Verordnung (Europäischer Gesundheitsdatenraum) sowie das deutsche Gesundheitsdatennutzungsgesetz. Er zeigt, wie sich Proben und Daten für die Forschung rechtssicher nutzen lassen und wo nachjustiert werden muss, um Wissenschaft und Betroffenenrechte auszubalancieren. Zudem beschreibt er den Umgang mit Altproben, Zufallsbefunden und den Besonderheiten bei Minderjährigen oder Verstorbenen.

Jan Christoph Widdel: Biobanken I. Berlin, Duncker & Humblot, 2026, 568 Seiten, 119,90 Euro

Wissensmanagement

Cover von Adrian Thiessen, Carla Eysel (Hrsg.): Wissensmanagement im Gesundheitswesen. Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2026

Lernen als stärkste Medizin im Team

Die Kernthese des Sammelbandes lautet: Wissen ist die wichtigste Ressource im Gesundheitssektor, und sie muss gemanagt werden. Die Autoren zeigen, wie Teams Erfahrungen teilen, Fehler besprechen und neue Kollegen schnell einarbeiten, eine enorme Integrationsleistung angesichts des Fachkräftemangels und des höheren Versorgungsbedarfs. Digitaltools unterstützen, ersetzen aber keine solide Arbeitsorganisation. Die Autoren plädieren für Austausch, klare Abläufe und eine Unternehmenskultur, die Lernen ernst nimmt und Qualität spürbar stärkt.

Adrian Thiessen, Carla Eysel (Hrsg.): Wissensmanagement im Gesundheitswesen. Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2026, 242 Seiten, 59,95 Euro

Neurokognitive Störung

Cover von: Reimer Gronemeyer/Gabriele Kreutzner, u.a.: Demenz und Partizipation. Bielefeld, transcript-Verlag, 2025

Demenz als soziale Frage, nicht als Krankheit

Es ist eine Chiffre für alternde Gesellschaften: Demenz. Sie trifft vor allem Ältere, aber auch Jüngere. Biomedizinische Versprechen einer Heilung bleiben unerfüllt – bislang, wie die Autoren betonen. Wer mit Demenz lebt, „kann nicht mehr mithalten, kann nicht mehr leisten, was der Alltag in unserer Zeit ihm abverlangt“. Viele geraten dadurch an den Rand der Gesellschaft. Demenz erscheint so als „Verlusterfahrung für jeden Einzelnen“ – oder zugespitzt: als soziale Frage, nicht als Krankheit. Die Autoren fordern, Demenz nicht als Defizit, sondern als soziale Vielfalt zu begreifen und Menschen mit Demenz – trotz individueller Einschränkungen – als aktive Subjekte ernst zu nehmen. Partizipation soll nicht in symbolischen Projekten enden, sondern im Alltag verankert sein – in Beziehungen, Nachbarschaften und gemeinschaftlichen Räumen. Ihr Leitmotiv ist ein Perspektivwechsel: weg von Betreuung, hin zu Mitgestaltung und gesellschaftlicher Anerkennung.

Reimer Gronemeyer/Gabriele Kreutzner, u.a.: Demenz und Partizipation. Bielefeld, transcript-Verlag, 2025, 180 Seiten, 44 Euro

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