Artikel Pflege

G+G-Spezial: Pflege braucht mehr Prävention

18.02.2026 Otmar Müller 3 Min. Lesedauer

Um die pflegerische Versorgung perspektivisch zu sichern, müssen Prävention und Gesundheitsförderung massiv ausgebaut werden. Ziel dieser gesamtgesellschaftlichen Anstrengung muss es sein, Pflegebedürftigkeit möglichst zu verhindern, oder zumindest hinauszuzögern.

Ältere Menschen machen Wassergymnastik in einem Schwimmbecken mit Schaumstoffnudeln, angeleitet von einer Trainerin.
Bewegungsangebote wie Wassergymnastik können Mobilität und Selbstständigkeit im Alter stärken sowie Pflegebedürftigkeit vorbeugen.

In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund sechs Millionen Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben. Statistiken zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, auf Pflege angewiesen zu sein, vor allem ab dem 80. Lebensjahr deutlich zunimmt. Da mit weiter steigender Lebenserwartung die Zahl der Hochbetagten zunimmt, wird auch der Bedarf an Pflege künftig steigen. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits seit Längerem zu beobachten ist: Die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf wächst seit Jahren immer weiter. Allein zwischen 2021 und 2023 stieg sie um 15 Prozent auf 5,7 Millionen. In ihren Prognosen sind sich Expertinnen und Experten einig: Bis 2050 wird die Marke von sieben Millionen Pflegebedürftigen erreicht.

Angesichts dieser Zahlen wird die Herausforderung, auch in Zukunft eine angemessene und finanziell tragbare Versorgung für alle gewährleisten zu können, zur Herkulesaufgabe. Verstärkte Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention für alle Bevölkerungsschichten könnten Teil der Lösung sein. Denn durch frühe gesundheitsfördernde Maßnahmen lässt sich ein gesundes Älterwerden ermöglichen. Gesundheitlich bedingte Alltagseinschränkungen im Alter können so deutlich verringert und eine Pflegebedürftigkeit verhindert oder zumindest hinausgezögert werden. Doch die Wirkkraft der Prävention beschränkt sich nicht nur auf die jungen Jahre. Vor allem bei älteren und sogar bereits pflegebedürftigen Menschen wird das Potenzial von Prävention weithin unterschätzt. Im Falle bereits bestehender Einschränkungen können geeignete Angebote dazu beitragen, die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen zu stabilisieren.

Eine Frau im Rollstuhl hält ein Selfie-Stick in ihrer Linken Hand und filmt sich selbst draußen auf der Straße. Sie lächelt, hält einen Arm in die Luft und wirkt sehr fröhlich.
Für chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderung ist es immer noch keine Selbstverständlichkeit, sich in den Sozialen Medien zu präsentieren. Denn dort werden Menschen, die nicht den Mainstream widerspiegeln, immer öfter das Ziel von Bewertungen, Beleidigungen oder Hasskommentaren.
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Die Illustration zeigt eine Alltagsszene in einem Pflegeheim mit Pflegebedürftigen und Pflegekraft.
Die Pflege ist in Not: Denn für immer mehr Pflegebedürftige stehen immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Wie genau die Herausforderungen aussehen und welche Antworten Politik und Verbände für eine zukunftsfeste Pflege haben, zeigt unsere neue G+G Story.
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Krankenkassen leisten bereits heute einen immensen Beitrag, wenn es um Präventionsangebote für die Menschen in Deutschland geht. Doch um das volle Potenzial der Prävention zu entfalten und dadurch die Gesundheit insbesondere älterer Menschen langfristig zu verbessern, sind zusätzliche Konzepte gefragt. Ziel muss es sein, die Länder und Kommunen bei der Gestaltung örtlicher Pflegestrukturen stärker einzubinden und die Verantwortung für Präventionsangebote damit auf eine breitere Basis zu stellen.

Im aktuellen G+G-Spezial „Pflege braucht mehr Prävention“ fordern deshalb verschiedene Autorinnen und Autoren von der Politik, den gesetzlichen Rahmen auf Bundes- und Landesebene so zu gestalten, dass regionale Akteure besser in die Lage versetzt werden, für die jeweiligen sozialräumlichen Gegebenheiten und lokalen Faktoren entsprechende Lösungen zu finden. Dr. Martin Schölkopf vom Bundesgesundheitsministerium erläutert, mit welchem Maßnahmenbündel die Politik im Rahmen des „Zukunftspakts Pflege“ eine stärkere präventive Ausrichtung im Gesundheitswesen erreichen will. Und Till Baldenius vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) legt in seinem Beitrag dar, wie gesundheitliche Prävention das Risiko, pflegebedürftig zu werden, positiv beeinflusst. Das Heft stellt zudem diverse gelungene Präventionsprojekte vor, an denen verschiedene AOK beteiligt sind.

G+G Spezial:

Pflegekraft unterstützt eine ältere Frau bei Übungen mit Hanteln auf einem Sofa.

Pflege braucht mehr Prävention

Gesundheit und Selbstständigkeit bewahren

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