Röteln: Warum eine Impfung vor der Schwangerschaft wichtig ist
Stecken sich kleine Kinder mit Röteln an, verläuft die Infektion in den meisten Fällen harmlos. Steckt sich ein Kind im Mutterleib damit an, kann es schwere körperliche Schäden davontragen. „Deshalb sollten vor allem Mädchen und Frauen vor einer möglichen Schwangerschaft gegen Röteln geimpft werden“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. Grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer wird das Risiko für Ungeborene.
Übertragung von Mensch zu Mensch
Die Röteln-Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen – und zwar rasend schnell, meist übers Husten, Niesen oder Sprechen. Häufig geschieht das völlig unbemerkt, denn: Die Ansteckungsgefahr besteht schon eine Woche vor und noch eine Woche nach dem Auftreten des typischen Hautausschlages mit kleinen, hellroten Flecken, der im Gesicht beginnt und sich dann über den Körper ausbreitet. „Oft zeigen sich diese Symptome nur schwach und der Rötelnausschlag ähnelt stark anderen viralen Infektionserkrankungen wie Masern, sodass nur eine Laboruntersuchung die richtige Diagnose bringt“, so Medizinerin Eymers. Haben sich Jugendliche oder Erwachsene angesteckt, kann die Rötelnerkrankung schwerer verlaufen. Jedoch kommt es dabei eher selten zu Komplikationen wie Herz- oder Gehirnentzündungen.
Gefährlich für das ungeborene Kind
Besonders gefürchtet ist das Virus jedoch in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten. Gelangen die Viren über die schwangere Frau auf das ungeborene Kind, können sie die Organe des Kindes schwer schädigen oder zu einer Fehlgeburt führen. Oft handelt es sich um Schäden am Innenohr, Herz oder an den Augen, seltener sind Organe wie Gehirn, Leber oder Milz betroffen. Je weiter die Schwangerschaft vorangeschritten ist, desto seltener werden Schäden. 15 bis 20 Prozent der ungeborenen Kinder, die mit Rötelnviren infiziert wurden, sterben.
O-Ton von Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband
Bei Kinderwunsch Impfschutz prüfen
Besonders Frauen mit Kinderwunsch sollten vor der Schwangerschaft ärztlich prüfen lassen, ob ihr Impfschutz ausreicht. „Ausreichend vor einer Infektion geschützt ist nur, wer die Erkrankung bereits durchgemacht hat oder vollständig geimpft ist. Fehlt der Impfschutz, lässt sich dieser jedoch während der Schwangerschaft nicht mehr nachholen“, so Eymers. Frauen mit Kinderwunsch empfiehlt das Robert Koch-Institut einen Abstand zwischen Impfung und Schwangerschaft von mindestens einem Monat. Durch die 1974 in Deutschland eingeführte Röteln-Impfung gibt es erfreulicherweise nur noch wenige Neugeborene, die durch Röteln-Viren schwer krank zur Welt kommen.
Wann und wie geimpft wird
Bei Kindern wird die Röteln-Impfung zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat und Ende des zweiten Lebensjahrs empfohlen. Nur wer zweimal geimpft wurde, ist wirksam geschützt. Die Impfung wird als Kombinationsimpfung Masern-Mumps-Röteln (MMR-Impfung) verabreicht. Eymers: „Bislang ungeimpfte oder unzureichend geimpfte Kinder, Jugendliche und Frauen im gebärfähigen Alter sollten die zweimalige Impfung im Abstand von vier Wochen so schnell wie möglich nachholen.“