Plastik und Co vermeiden: für mehr Nachhaltigkeit in der Küche

Plastikmüll ist ein enormes Problem für die Umwelt. Er braucht Jahrzehnte, um sich zu zersetzen, wobei giftige Stoffe freigegeben werden. Oft landet der Abfall auch in Gewässern. In Plastiktüten beispielsweise verfangen sich Tiere in Flüssen und Meeren und können sich selten wieder selbst befreien. „Allein deshalb ist es sinnvoll, möglichst auf Plastik zu verzichten“, sagt Karolin Wagner, Gesundheitsexpertin bei der AOK. „Auch in der Küche gibt es viele Alternativen zu Plastik, die sich schnell umsetzen lassen.“

Eine Person hält gestapelte Glasbehälter mit frischem Gemüse, während im Hintergrund jemand Zutaten schneidet.

Plastiktüten meist nur kurz genutzt

Seit Anfang 2022 ist es in Deutschland verboten, sogenannte normale Plastiktüten in den Verkehr zu bringen. Doch die leichtere Variante, der Hemdchen- oder Knotenbeutel, den es oft in Obst- und Gemüseabteilungen gibt, ist weiterhin erlaubt. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 2,2 Milliarden Stück der dünnen Plastikbeutel verbraucht, das waren 27 Tüten pro Kopf. Vor allem Plastiktüten werden meist nur kurz genutzt und landen dann im Müll oder in der Umwelt.

Gesundheitliche Gründe

Neben den Umweltschutzgründen sprechen auch gesundheitliche Aspekte dafür, Alternativen zu Plastik zu finden. Denn von so mancher Aufbewahrungsdose oder von Plastikgeschirr können Schadstoffe in Lebensmittel übergehen. Das gilt insbesondere für den Verpackungsstoff Bisphenol A sowie für Weichmacher (Phtalate). Vor allem fett- und säurehaltige Lebensmittel nehmen Inhaltsstoffe aus der Verpackung auf.

Berechnungen der australischen University of Newcastle im Auftrag des WWF zufolge nehmen Menschen weltweit durchschnittlich pro Woche fünf Gramm Mikroplastik über Wasser, Nahrung und Atemluft auf – das entspricht etwa einer Kreditkarte. Auf Einwegprodukte, die bereits nach kurzer Zeit im Müll landen, versuchen schon heute viele Menschen zu verzichten. Laut Umweltbundesamt kann Bisphenol A das Hormonsystem stören.

 

O-Ton von Karolin Wagner, Ernährungsberaterin bei der AOK

Plastikfrei in der Küche

Doch wer sich zu Hause umschaut, sieht schnell, wie viel Plastik sich allein in der eigenen Küche befindet: Kunststoffschwämmchen, Mülltüten, Pfannenwender, Schneidebretter, Plastikflaschen. „Für fast alle Gegenstände im Haushalt gibt es plastikfreie Varianten“, sagt AOK-Expertin Wagner und nennt sieben Beispiele.

1. Gemüsenetze, Körbe und Beutel

Loses Obst und Gemüse sollte nach Möglichkeit nicht mehr in der Plastiktüte nach Hause getragen werden. „Viele Supermärkte und Discounter bieten inzwischen wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze zum Kauf an“, so Wagner. Alternativ gibt es immer noch den klassischen Einkaufskorb aus Weidengeflecht. Für Spontaneinkäufe hat man am besten einen wiederverwendbaren Beutel aus Stoff in der Tasche dabei. Laut einer Studie im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) werden dennoch vor allem Obst und Gemüse in Deutschland zu 60 Prozent bereits verpackt verkauft. Aber es gibt auch immer mehr sogenannte Unverpackt-Läden, in denen verpackungsfrei eingekauft werden kann.

2. Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen

Leitungswasser ist in Deutschland von sehr guter Qualität. Es kann problemlos getrunken werden. „Außerdem löscht Leitungswasser gut den Durst, ist kalorienfrei und preiswerter als gekauftes Wasser in Plastikflaschen“, so Wagner. „Vor dem Trinken sollte man das Leitungswasser ein wenig laufen lassen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. So ist es frisch.“ Der erste Wasserschwall kann zum Blumengießen oder Putzen genutzt werden.

3. Schneidebretter aus Holz

Schneidebretter aus Plastik lassen sich schnell ersetzen, denn Bretter aus Holz gibt es schon weit länger und sie stehen denen aus Kunststoff in nichts nach. Auch die Sorge, dass Holzbretter unhygienischer sind, weil sie sich nicht in der Spülmaschine reinigen lassen, ist unbegründet. Damit Bakterien abgetötet werden, kann das Brett mit kochendem Wasser abgespült werden. Zudem gibt es auch Schneidebretter aus Glas oder Granit. Diese sind ebenfalls hygienisch, jedoch auch sehr hart. Dadurch können Messer schneller stumpf werden.

4. Spülbürsten und Lappen

Herkömmliche Spülbürsten haben Borsten aus Nylon. Auch das ist Plastik. Spültücher wiederum sind inzwischen oft aus Mikrofasern – ebenfalls einer Art Kunststoff, wovon kleinste Partikel über das Abwasser besonders schnell ins Meer gelangen. Alternativen sind Spültücher aus Baumwolle. Spülbürsten gibt es auch mit Holzgriffen und Naturborsten.

5. Kochlöffel und Co.

Egal ob Pfannenwender, Schneebesen oder Kochlöffel: Für sie gibt es fast immer eine plastikfreie Alternative aus Edelstahl oder Holz.

6. Nachhaltiges Geschirr

Sowohl Einweggeschirr als auch wiederverwendbares Plastikgeschirr ist problemlos durch Porzellan oder Keramik zu ersetzen.

7. Bratpfannen und Töpfe

Teflon, mit dem viele Pfannen und Töpfe beschichtet sind, ist ebenfalls ein Kunststoff. Pfannen haben meist auch einen Kunststoffgriff.  Wagner: „Ein echter Klassiker, der schon früher einen Stammplatz in der Küche hatte, ist die Pfanne aus Gusseisen – im Idealfall mit Holzgriff.“