Gastritis: Was tun, wenn der Magen gereizt ist
Aufstoßen, Übelkeit, Magenschmerzen, Sodbrennen, ein aufgeblähter Bauch oder Appetitlosigkeit – es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht schon einmal mit Magenbeschwerden herumgeplagt hat. Grund dafür kann eine akute Entzündung der Magenschleimhaut, eine Gastritis, sein. Zudem gebe es auch eine chronische Verlaufsform der Magenschleimhautentzündung, die oft aber nur wenige oder gar keine Beschwerden verursache, wie Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband erklärt.
Risiko steigt mit dem Alter
Etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland bekommen im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis. Mit dem Alter steigt das Risiko. Frauen erkranken meist im Alter zwischen 45 und 64 Jahre und Männer meist nach dem 65. Lebensjahr. Eine der häufigsten Ursachen einer Magenschleimhautentzündung ist eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien. Diese stören die Regulierung der Magensäureproduktion. Es kommt zu einer Übersäuerung, die die Magenschleimhaut und die Magenwand schädigen kann. Eine Infektion heißt jedoch nicht, dass es auch zu einer Entzündung kommen muss. Nach Schätzungen tragen nämlich 40 von 100 Menschen in Deutschland das Helicobacter-Bakterium in sich, doch nur bei etwa vier bis acht von ihnen führt es zu einer Gastritis oder einem Zwölffingerdarmgeschwür. Auch die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen kann eine Gastritis verursachen, da sie die Bildung des schützenden Magenschleims stören.
Unterschiede akute und chronische Gastritis
Bei einer akuten Gastritis klingen die Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder ab. „Betroffene sollten dann unterstützend auf fette Mahlzeiten, Alkohol und Nikotin verzichten und für mehr Entspannung im Alltag sorgen“, sagt Medizinerin Debrodt. „Wenn das nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern, kommt eine Behandlung mit Medikamenten infrage.“
Anders als die akute Verlaufsform verursacht eine chronische Gastritis oft nur wenige oder gar keine Beschwerden. Daher bleibt sie häufig unentdeckt und wird erst diagnostiziert, wenn bereits Schäden an der Magenwand, zum Beispiel Magengeschwüre, aufgetreten sind.
Denn ist die Magenschleimhaut geschädigt, kann sie die Magenwand nicht mehr ausreichend vor Magensäure und Krankheitserregern schützen. „In einigen Fällen ist die Magenschleimhaut so stark entzündet, dass es zu Verletzungen und Geschwüren kommt, aus denen es bluten kann. Das zeigt sich zum Beispiel durch Erbrechen von kaffeesatzartigem Blut oder auffallend schwarzen Stuhlgang. In einem solchen Fall sollte sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden“, so Ärztin Debrodt.
Bei der chronischen Gastritis unterscheiden Mediziner übrigens je nach Ursache zwischen den Typen A, B und C. Bei etwa 60 bis 70 Prozent der Betroffenen löst das Bakterium Helicobacter pylori eine Entzündung der Magenschleimhaut aus (Typ B).
Bei rund zehn Prozent der Patientinnen und Patienten verursachen Schmerzmittel wie ASS, Diclofenac, Ibuprofen oder der Rückfluss von Galle eine Gastritis vom Typ C. Mit drei bis fünf Prozent eher selten ist eine Autoimmunerkrankung, die eine chronische Typ-A-Gastritis hervorruft.
O-Ton von Dr. Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband zum Thema Gastritis
Diagnose und Behandlung
Die Ärztin oder der Arzt tastet zunächst die Magenregion und den Oberbauch ab, um die Beschwerden abzuklären. Sinnvoll kann auch eine Magenspiegelung sein, bei der die Magenschleimhaut untersucht wird. Zusätzlich kann eine Gewebeprobe aus der Schleimhaut entnommen werden, um die Ursache der Entzündung zu klären.
Verursachen Schmerzmittel eine Gastritis, ist es ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Schmerzmedikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem Säurehemmer zu kombinieren.
Ist das Bakterium Helicobacter pylori der Auslöser, wird es durch eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und Säureblocker abgetötet.