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NRW geht voran – Minister Laumann informiert sich über AOK-Präventionsprogramm für Pflegeheime

Die Lebensqualität der Bewohner verbessern und die Gesundheit der Beschäftigten stärken: Das sind die Ziele des Präventionsprogramms „Gesunde Pflegeeinrichtung“ der AOK Rheinland/Hamburg. Wie das ganzheitliche Programm in der Praxis funktioniert, darüber hat sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute im St. Josefshaus in Essen-Kettwig informiert. Die vollstationäre Pflegeeinrichtung ist eine von knapp 300 Pflegeeinrichtungen im Rheinland, die bereits an dem neuen Präventionsprogramm der AOK Rheinland/Hamburg teilnimmt.

"Innovativer Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege"

"Mit dem vorgestellten Präventionsprogramm der AOK Rheinland/Hamburg wird ein innovativer Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege geleistet. Die Anerkennung im Beruf drückt sich nicht nur in Einkommensverbesserungen aus. Mindestens genauso wichtig sind die Voraussetzungen für ein angenehmes Arbeitsklima und eine gesundheitsfördernde Umgebung", erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. "Mit dem Präventionsprogramm werden nicht nur Strukturen geschaffen, die das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten verbessern. Das Programm berücksichtigt gleichermaßen auch die Verbesserung der Lebensqualität und der Lebensbedingungen für Bewohnerinnen und Bewohner. Dies wirkt sich sehr positiv und unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte aus. Dies ist ein hervorragender Ansatz, der hoffentlich noch von vielen weiteren Pflegebetrieben übernommen wird."

Das Angebot der AOK Rheinland/Hamburg hat Vorbildcharakter. Denn mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das voraussichtlich zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt, werden die Krankenkassen unter anderem verpflichtet, zusätzlich mehr als 70 Millionen Euro jährlich für Leistungen der Betrieblichen Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufzuwenden. Damit sollen Beschäftigte stärker in ihrem Berufsalltag unterstützt, neue Mitarbeiter gewonnen und die pflegerische Versorgung verbessert werden. "Der Krankenstand bei Pflegekräften ist aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastungen überdurchschnittlich hoch. Unser Präventionsprogramm unterstützt Pflegeeinrichtungen ganz konkret dabei, sich aktiv und nachhaltig für die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner einzusetzen", sagte Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rhein-land/Hamburg. "Mit entsprechenden Maßnahmen schafft es die 'Gesunde Pflegeeinrichtung' insgesamt, eine gesundheitsfördernde Lebenswelt zu entwickeln. Alle Seiten profitieren gleichermaßen: Pflegekräfte, Pflegeheimbewohner und Pflegeheimbetreiber."

Das Präventionsangebot "Gesunde Pflegeeinrichtung" umfasst die Handlungsfelder Ernährung, körperliche Aktivität, Stärkung kognitiver Ressourcen, psychosoziale Gesundheit sowie Prävention von Gewalt und die Betriebliche Gesundheitsförderung. Basis für die Umsetzung des Präventionsangebots ist der Abschluss einer Gesundheitspartnerschaft. Das Essener St. Josefshaus und die AOK Rheinland/Hamburg haben diese Gesund-heitspartnerschaft vor einigen Monaten geschlossen. "Wir haben in unserer Einrichtung bereits viel Erfahrung mit unterschiedlichen Präventionsprojekten gesammelt. Dieses Konzept überzeugt besonders durch seinen ganzheitlichen Ansatz und dadurch, dass Bewohner ebenso wie Beschäftige erreicht werden", so Andreas Beck, Geschäftsführer des St. Josefshaus. "Wir arbeiten daran, dass sich die Maßnahmen für beide Gruppen im Alltag ergänzen und einen positiven Effekt auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen insgesamt entfalten."

Zum Hintergrund: Beschäftigte in der Altenpflege leiden unter extremen körperlichen und psychischen Belastungen. Laut dem Pflege-Thermometer 2018 arbeitet derzeit nur noch knapp jeder zweite Beschäftigte in der Altenpflege in Vollzeit. 1999 lag dieser Anteil noch bei 68 Prozent. Zudem scheiden viele Pflegekräfte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus ihrem Beruf aus. Das Präventionsprogramm "Gesunde Pflegeeinrichtung" wird - wie im St. Josefshaus in Essen-Kettwig - individuell auf den Bedarf der jeweiligen Einrichtung zugeschnitten und beinhaltet eine eingehende Analyse, eine fortlaufende Beratung, die Planung und Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen sowie den Zugang zu einem multimedialen Schulungsportal - die Pflegemediathek. Beschäftigte üben beispielsweise, sich im Arbeitsalltag rückenschonend zu bewegen, oder bekommen einen Raum zur Verfügung gestellt, in den sie sich für kurze Pausen ungestört zurückziehen können. Im Umgang mit den Bewohnern werden Mitarbeiter geschult, um Mobilitäts- oder Kraft-Balance-Trainings zur Sturzprophylaxe durchzuführen, und erhalten in Seminaren wertvolle Hilfen für den Umgang mit Menschen mit Demenz. Grundlage der Maßnahmen ist der gesetzliche Präventionsauftrag nach § 5 SGB XI und § 20 SGB V. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter: https://aok-rh.pflegemediathek.de

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