Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...
Seitenpfad

AOK-Expertentipp zum Umgang mit der Zeckenplage

Wanderurlaub? Aber bitte ohne Zeckenstiche!

Berlin, 21. Juli 2020. In Corona-Zeiten verbringen viele Deutsche ihren Sommerurlaub in heimischen Gefilden. Vor allem der Süden der Republik mit seinen schönen Waldlandschaften lädt zum Wandern ein. Doch das ist nicht ganz ungefährlich, denn Bayern und Baden-Württemberg gelten als Zecken-Hochrisikogebiete. Im Interview sprechen wir mit dem Berliner Allgemeinarzt Dr. med. Frank Dörner vom Centrum für Gesundheit der AOK Nordost über die Gefahren von und den Schutz vor Zecken.

Herr Dr. Dörner, wie kann ich mich vor Zeckenstichen schützen?

Entgegen der landläufigen Meinung sitzen Zecken nicht auf Bäumen, sondern im Unterholz, im Gebüsch und in hohem Gras. Ein guter Schutz ist deshalb lange Kleidung, die unten geschlossen ist. Denn Zecken suchen den direkten Hautkontakt. Die lange Sommerhose bringt wenig, wenn sie luftig um die Beine weht. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, steckt die Hose in die Socken. Und: Je heller die Kleidung, umso leichter lässt sich eine Zecke erkennen und entfernen, bevor sie stechen kann.

Was, wenn ich trotzdem von einer Zecke gestochen werde?

Auf jeden Fall sollte man nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper auf Zecken untersuchen und dabei auch auf versteckte Stellen achten: Kniekehlen, Achselhöhlen, Haaransatz, hinter den Ohren oder im Schritt. Bei Kindern sollte unbedingt auch der Kopf untersucht werden. Wenn man eine Zecke findet: Nicht zögern und sie sofort entfernen! Am besten mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder Zeckenkarte und im Notfall auch vorsichtig mit den Fingernägeln. Ganz wichtig: Die Zecke sollte möglichst weit vorne gegriffen und auf keinen Fall der Hinterleib gedrückt werden. Entdeckt man einen roten Ring mit blasser Innenstruktur, sollte man sofort den Arzt aufsuchen. Diese sogenannte Wanderröte ist ein Hinweis auf eine durch einen Zeckenstich verursachte Borreliose. Ein Tipp: Da der rote Ring wieder verschwindet, ist es ratsam, ein Foto davon zu machen.

Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – was sind das eigentlich für Krankheiten, die von Zecken übertragen werden?

Die Viruserkrankung FSME geht mit grippeähnlichen Symptomen einher und kann bei ungünstigem Verlauf zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen. Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Auch sie geht zunächst mit grippeähnlichen Symptomen einher. Unbehandelt oder zu spät erkannt, kann sie chronische Beschwerden, wie beispielsweise Entzündungen der Gelenke, verursachen. Selten kommt es zur sogenannten Neuroborreliose, die sich in Nervenschmerzen, Missempfindungen und Lähmungen äußern kann. Deshalb sollte bei grippeähnlichen Symptomen gegebenenfalls auch der Verdacht auf einen Zeckenstich abgeklärt werden. Gegen FSME gibt es eine Impfung. Bei einem geplanten Aufenthalt in Risikogebieten übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür. Borreliose wird antibiotisch behandelt. 

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de