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Wenn der Beruf krank macht

31.03.2015

Wie häufig Niedersachsens Berufstätige am Arbeitsplatz fehlen, hängt stark von ihrem Job ab. Dies belegt die aktuelle Fehlzeiten-Analyse der AOK. Dabei hat die Art der ausgeübten Tätigkeit nicht nur erheblichen Einfluss auf das Ausmaß und die Häufigkeit der Fehlzeiten, sondern auch auf die Art der Erkrankung. Zwischen den einzelnen Berufsgruppen gibt es große Unterschiede: Die meisten Fehltage weisen in Niedersachsen Berufsgruppen aus den Bereichen Ver- und Entsorgung mit 33,7 Fehltagen auf, es folgen Berufe in der Altenpflege mit 29,6 Fehltagen und in der Baustoffherstellung mit 28,8 Fehltagen. Es handelt sich dabei um Berufsgruppen mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen und überdurchschnittlich vielen Arbeitsunfällen. Besonders wenige Fehltage hatten in Niedersachsen die Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit lediglich 4,4 Fehltagen. Auch Ärzte (7,0 Tage) und Softwareentwickler (7,5 Tage) weisen deutlich unterdurchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeiten auf.

Die Gründe für die Höhe von Fehlzeiten liegen vor allem in den berufsspezifischen Anforderungsprofilen. In Berufen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten wie der Ver- und Entsorgung oder Baustoffherstellung treten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. In diesen Berufsgruppen entfallen 30,5 beziehungsweise 32,8 Prozent aller Krankheitstage auf diese Krankheitsarten. Zum Vergleich: Bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung sind es nur 7,1 Prozent. Auch ist das Krankheitsspektrum ein anderes: So sind in den dienstleistungsorientierten Berufen eher psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung. In Niedersachsen sind hier unter anderem Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit 21,1 Prozent sowie Berufe in der Werbung mit 14,0 Prozent zu nennen, zwei Berufsgruppen, die ansonsten eher geringe Fehlzeiten aufweisen.

Insgesamt ist der Krankenstand bei den mehr als einer Million AOK-versicherten Arbeitnehmern in Niedersachsen im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich geblieben: Nach einem Anstieg von 0,1 Prozent liegt er nunmehr bei 5,4 Prozent. Damit hat jeder Beschäftigte 2014 in Niedersachsen im Durchschnitt 19,9 Tage aufgrund von ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Betrieb gefehlt.

Für das Bundesgebiet wird der Krankenstand mit 5,2 Prozent ausgewiesen. Die Spanne zwischen den Bundesländern reicht von 4,5 Prozent in Bayern bis zu glatten 6 Prozent im Saarland. Diese Unterschiede lassen sich zu einem Teil mit einer unterschiedlichen Branchenstruktur in den einzelnen Ländern sowie der unterschiedlichen Altersstruktur der Bevölkerung erklären. Schwankungen im zeitlichen Verlauf haben hauptsächlich eine wirtschaftlich-konjunkturelle Ursache.

Arbeitgebern mit einem hohen Krankenstand oder einem hohen Durchschnittsalter der Belegschaft bietet die AOK konkrete Unterstützung an. Ein funktionierendes, betriebliches Gesundheitsmanagement kann die Gesundheit der Beschäftigten dauerhaft verbessern und damit Ausfallzeiten vermeiden. Um die Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche zu verbessern, in der körperliche Belastungen sowie der Schichtdienst häufig zu einem erhöhten Krankenstand führen, hat die AOK bereits 2013 mit Unterstützung der Pflegefachverbände ein spezielles Programm aufgelegt. Ziel ist, die Belastungssituationen in den Pflegeeinrichtungen systematisch und nachhaltig zu verändern. Dabei steht nicht nur das individuelle Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter im Fokus, sondern auch das Betriebsklima, die Führungsorganisation und die interne Kommunikation.

[Grafiken zum Thema finden Sie in der pdf-Version der Presseinformation]