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Pflegeheime erhalten Tablets für Videosprechstunden

Sozialministerin Carola Reimann: „Das Interesse ist groß, der Bedarf ist da. Alle sollen die Chance erhalten, an dem Projekt teilzunehmen.“

Videosprechstunden in Alten- und Pflegeheimen sind eine wichtige Ergänzung für die medizinische Versorgung für Bewohnerinnen und Bewohner. Seit dem 1. Mai fördert das Land gemeinsam mit den Kassen die Ausstattung der Heime mit Tablets. „So können Hausärztinnen und Hausärzten per Videosprechstunde Kontakt zu ihren Patientinnen und Patienten aufnehmen, ohne sich dem Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus auszusetzen. Das Angebot wird gut angenommen und zeigt, dass sowohl Bedarf als auch Interesse bei den Heimen da ist“, sagt Sozialministerin Carola Reimann.

450 Einrichtungen nehmen bereits an dem Projekt teil, rund 750 Tablets sind bewilligt. „In der aktuell fordernden Zeit ist die Belastung und das Arbeitsaufkommen in den Heimen noch intensiver als sonst. Einige hatten noch keine Gelegenheit, sich darum zu kümmern. Damit alle die Chance erhalten, an diesem Projekt teilzunehmen, haben wir die Antragsfrist bis zum 15. September verlängert“, so Dr. Carola Reimann.

Die AOK kümmert sich um die Projektkoordination und das Antragsprozedere. Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Peter zieht ein positives Zwischenfazit: „Für die Videosprechstunde als sinnvolle Ergänzung des Haus- oder Praxisbesuchs stellen wir eine sehr gute Nachfrage von Pflegeheimen und eine wachsende Akzeptanz der Ärzteschaft fest. Ein schöner Nebeneffekt ist die Möglichkeit der Tabletnutzung für Gespräche zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern mit ihren Angehörigen. Mein Dank gilt dem Ministerium für Soziales sowie unserem Entwicklungspartner, der vitagroup und den niedersächsischen Pflegeverbänden: Gemeinsam konnte das Projekt schnell und unbürokratisch auf den Weg gebracht werden.“

Die Videosprechstunde unterstützt die ambulante ärztliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen. Das Land und die Pflegekasse beteiligen sich mit 200.000 Euro an der Ausstattung der Pflegeheime mit Tablets. Zur Durchführung der Videosprechstunde können die Beteiligten den Videodienst der vitagroup nutzen.

Pflegeeinrichtungen können die Förderung bei der AOK Niedersachsen beantragen. Auf der Homepage der AOK Niedersachsen (https://www.aok.de/gp/news-pflege/newsdetail/projekt-videosprechstunde-im-pflegeheim-foerdert-die-ausstattung-von-tablets-in-pflegeeinrichtungen ) gibt es dazu weitere Informationen.

Hintergrund

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des „Sondervermögens für den Ausbau von Hochleistungsfähigen Datenübertragungsnetzen und für Digitalisierungsmaßnahmen“ des Landes Niedersachsens und aus Mitteln der Pflegeversicherung nach § 8 des 11. Sozialgesetzbuches.

Die Videosprechstunde ist auch ein Baustein der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni), die Ministerin Carola Reimann vergangenes Jahr zusammen mit den maßgeblichen Akteurinnen und Akteuren in der Pflege gestartet hatte.

Die KAP.Ni setzt neben der Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte u.a. auch auf den Einsatz digitaler Technik, um Prozesse und Arbeitsabläufe in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten zu optimieren.

Ein Ziel der KAP.Ni ist, die zur Verfügung stehenden Mittel aus den Förderprogrammen nach § 8 Abs. 8 SGB XI systematisch für die Pflege in Niedersachsen zu nutzen. Das wird durch die Unterstützung des Landes möglich. Die Pflegekassen bezuschussen Projekte lediglich mit 40 Prozent der Kosten. 60 Prozent müssten die Träger aus Eigenmitteln finanzieren. Das Land trägt für die Videosprechstunde diesen prozentualen Anteil in Gänze.