Wie schütze ich mich vor Keuchhusten?

Die Zahl der Keuchhusten-Fälle in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. So erkennen Sie die Atemwegserkrankungen und können sich durch Impfungen davor schützen.
Ein Mädchen mit orangenem Pullover, Jeans und Kuscheltier in der Hand hält ihr Gesicht in die Armbeuge. Sie sitzt auf einem weißen Stuhl. Vor ihr kniet eine Ärztin mit weißem Kittel, OP-Maske, blauen Gummihandschuhen und Stethoskop um dem Hals.© iStock / Drazen Zigic

Die Zahl der Keuchhusten-Fälle in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Bis Mitte Mai dieses Jahres wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) rund 4.500 Fälle gemeldet, was die Erkrankung zu einer der häufigsten Infektionen der Atemwege macht. Um der Ausbreitung effektiv entgegenzuwirken und insbesondere Säuglinge und Kleinkinder zu schützen, ist eine Keuchhusten-Impfung oder Auffrischung unbedingt empfohlen.

Was ist Keuchhusten?

Als Keuchhusten oder Pertussis wird eine akute Infektion der Atemwege durch das Bakterium Bordetella pertussis bezeichnet. Es ist hochansteckend und verbreitet sich durch winzige Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen. Grundsätzlich kann jeder an Keuchhusten erkranken, doch bei gesunden Erwachsenen und Jugendlichen ohne Risikofaktoren verläuft die Krankheit oft mild. Neugeborene und Säuglinge gelten im Fall der Ansteckung jedoch als besonders gefährdet.

Symptome und Behandlung von Keuchhusten

Eine Pertussis-Erkrankung dauert in der Regel vier bis zehn Wochen, verläuft bei Geimpften jedoch oft milder als bei Ungeimpften. Keuchhusten entwickelt sich in drei Stadien:

  • In der ersten Phase treten über 1–2 Wochen erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen, leichter Husten und meist kein oder nur mäßiges Fieber auf.
  • In der zweiten Phase folgen über 4–6 Wochen Hustenanfälle mit einem keuchenden Geräusch beim Einatmen. Die Hustenanfälle sind oft so schwer, dass sie bis zum Erbrechen führen. Die Hustenattacken können bei einigen Patientinnen und Patienten zahlreich sein und vor allem nachts auftreten.
  • In der dritten Phase klingen die Hustenanfälle über 6–10 Wochen allmählich ab.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie bei geimpften Kindern verläuft Keuchhusten oft nur als lang andauernder Husten. Besonders gefährdet sind Säuglinge, bei denen das größte Risiko für Atemstillstand und schwere Komplikationen besteht. Das sind unter anderem Lungenentzündungen (durch Superinfektion mit anderen Erregern), Ohrentzündungen, Nebenhöhlenentzündungen bis hin zu Rippenbrüchen und Einblutungen ins Gehirn durch die schweren Hustenanfälle. Daher sollte frühestmöglich mit einer Therapie mittels Antibiotika begonnen werden, wodurch die Symptome gelindert und die Infektionskette unterbrochen werden kann. Wenn nach Kontakt zu einem Keuchhustenanfall Husten auftritt, sollte in der Arztpraxis ein Rachenabstrich auf Keuchhusten erfolgen. Ebenso, wenn Hustenattacken mit anschließendem Keuchen beim Einatmen auftreten – oder auch wenn Husten über mehr als 14 Tage anhält. Dies gilt auch dann, wenn eine Impfung in der Vergangenheit erfolgt ist.

Wer sollte sich gegen Keuchhusten impfen lassen?

Um die Ausbreitung von Keuchhusten zu minimieren und schweren Erkrankungen vorzubeugen, ist vor allem die Impfung wichtig. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb für alle Säuglinge und Kleinkinder Pertussis-Impfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten. Um einen sicheren Impfschutz aufrechtzuerhalten, sollten Auffrischungen im Vorschul- und Jugendalter erfolgen. Erwachsenen wird augenblicklich empfohlen, sich bei der nächsten Impfung gegen Tetanus und Diphterie auch gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Alle Schwangeren sollten unabhängig vom Abstand einer vorherigen Impfung im dritten Schwangerschaftsdrittel geimpft werden, denn so kann auch das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten geschützt werden.

Ein rechtzeitiger Beginn und das Einhalten der Impftermine sind für einen sicheren Schutz entscheidend.

Wir übernehmen die Kosten Ihrer Impfung

Die AOK übernimmt die Kosten für die Impfungen gegen Keuchhusten bei Kindern und Jugendlichen sowie für die Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen. Auch bei Schwangeren übernehmen wir die Kosten für die Keuchhusten-Impfung.

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Aktualisiert: 14.06.2024

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