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Wenn der Beruf krank macht

AOK Bremen/Bremerhaven stellt Fehlzeiten-Analyse vor. Der Krankenstand lag insgesamt bei 5,5 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie 2013. Wie häufig Bremer und Bremerhavener am Arbeitsplatz fehlen, hängt stark vom Job ab.

Bremen, 1. April 2015. Wie häufig Bremer und Bremerhavener am Arbeitsplatz fehlen, hängt stark vom Job ab. Das zeigt die aktuelle Fehlzeiten-Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Den höchsten Krankenstand im Land Bremen verzeichneten im Jahr 2014 Berufe der Lebensmittelherstellung. Am wenigsten fehlten Beschäftigte der Berufe in Hochschullehre und -forschung. Der Krankenstand lag im Zwei-Städte-Staat insgesamt bei 5,5 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie 2013.

Die Art der ausgeübten Tätigkeit hat erheblichen Einfluss sowohl auf das Ausmaß und die Häufigkeit der Fehlzeiten als auch auf die Art der Erkrankung. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen (Abbildung 1 ): Die meisten Fehltage weisen in Bremen und Bremerhaven Berufsgruppen aus der Lebensmittelherstellung mit 37,8 Tagen und der Fischverarbeitung mit 35,5 Tagen auf sowie die Bus- und Straßenbahnfahrer mit 35,3 Tagen. Es handelt sich dabei um Berufsgruppen mit hohen körperlichen Arbeitsbelastungen und überdurchschnittlich vielen Arbeitsunfällen. Besonders wenige Fehltage hatten in Bremen die Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit lediglich 2,9 Fehltagen. Auch Ärzte (4,4 Tage) und Berufe in der Werbung (5,6 Tage) weisen deutlich unterdurchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeiten auf.

Die Gründe für die Höhe von Fehlzeiten liegen vor allem in den berufsspezifischen Anforderungsprofilen (Abbildung 2). In Berufen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, wie der Lebensmittelherstellung oder Fischverarbeitung, treten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf. In diesen Berufsgruppen entfallen 32,4 bzw. 28,8 Prozent aller Krankheitstage auf diese Krankheitsarten. Zum Vergleich: Bei Berufen in der Hochschullehre und -forschung sind es nur 12,1 Prozent. Auch ist das Krankheitsspektrum ein anderes: So sind in den dienstleistungsorientierten Berufen eher psychische Erkrankungen bestimmend für eine Krankschreibung. Im Land Bremen sind hier unter anderem Lehrer mit 24,9 Prozent und Berufe in der technischen Forschung und Lehre mit 17,1 Prozent zu nennen.

Insgesamt ist der Krankenstand bei den 67.950 AOK-versicherten Arbeitnehmern im Land Bremen im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben: Er liegt derzeit bei 5,5 Prozent (Abbildung 3). Damit hat jeder Beschäftigte 2014 in Bremen und Bremerhaven im Durchschnitt 20,2 Tage aufgrund von ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Betrieb gefehlt. Zum Vergleich: Im Bundesgebiet lag der Krankenstand bei 5,2 Prozent – bei einer Spanne von 4,5 Prozent in Bayern bis 6 Prozent im Saarland. In Niedersachsen lag die Fehlquote durch Krankheit bei 5,4 Prozent.

Die AOK Bremen/Bremerhaven unterstützt seit Jahren Arbeitgeber durch Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, um hohe Krankenstände zu vermeiden oder abzubauen. Die verschiedenen Angebote – unter anderem Arbeitsplatzgestaltung, Nichtraucher-Kurse, Betriebssport oder Ernährungstipps – können die Gesundheit der Beschäftigten verbessern und so lange Ausfallzeiten vermeiden. Oft geht es auch um Themen wie das Betriebsklima, die Führungskultur im Unternehmen oder die Kommunikation mit den Beschäftigten.

Grafik Arbeitsunfähigkeitstage je AOK-Mitglied

Berufsgruppen mit hohen und niedrigen Fehlzeiten im Land Bremen (Abbildung 1): Zehn Berufsgruppen mit hohen und niedrigen Fehlzeiten je AOK-Mitglied im Jahr 2014.

Grafik Gründe für Krankschreibung

Gründe der Krankschreibung nach Berufsgruppen im Land Bremen (Abbildung 2): Tage der Arbeitsunfähigkeit der AOK-Mitglieder nach Krankheitsarten nach Anteilen in Prozent, zehn Berufsgruppen mit hohen und niedrigen Fehlzeiten.

Krankenstand Bremen 1994 bis 2014

Krankenstand im Land Bremen im Jahr 2014 erneut angestiegen (Abbildung 3): Krankenstand zwischen 1994 und 2014, AOK-Mitglieder.