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Inklusion: Was durch Bewegung, Spiel und Sport alles möglich ist

In Werkstätten beschäftigte Menschen mit Behinderungen können effektiver gefördert und sportlich aktiviert werden, als es üblicherweise geschieht. Das ist das Ergebnis einer fünfjährigen, bundesweit bisher einmaligen Studie der Universität Bremen

Fortschritte durch Sport

Das Team um Professor Dr. Dietrich Milles, Dr. Ulrich Meseck und Joanna Wiese von der Universität Bremen (Socium Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sowie Fachbereich Kulturwissenschaften) hat die Erfahrungen in zwei Büchern zusammengefasst. Ein Band bewertet die Ergebnisse der Untersuchungen, ein zweiter Band bietet praktische Anleitungen für Betreuer, Gruppenleiter und Trainer, die mit behinderten Menschen arbeiten.

Einige der vielen Erkenntnisse: Wenn das regelmäßige Bewegungstraining auf die jeweilige Behinderung und Entwicklungsschritte der Teilnehmer abgestimmt ist, gibt es eindrucksvolle Fortschritte in Sachen Ausdauer, Kondition, Koordination, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit. Das wiederum wirkt sich positiv auch auf die Leistungsfähigkeit, das Selbstwertgefühl und die Zufriedenheit der behinderten Menschen an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz aus. Die Sport-, Spiel- und Bewegungsstunden fanden als betriebliche Gesundheitsförderung übrigens regelmäßig – und in der Regel einmal pro Woche - während der Arbeitszeit statt.

Positive Nebeneffekte

An der Studie nahmen Werkstatt-Beschäftigte teil, die Bewegung bisher eher vermieden haben oder ganz ablehnten – und die ihre vorhandenen Fähigkeiten, wie sich im Laufe der Studie herausstellte, im Werkstattalltag bisher kaum oder nicht weiterentwickelt hatten. „Gerade bei geistig und mehrfach behinderten Menschen war es bisher schwierig, mehr zu erreichen als gute Versorgung.

Unklar blieb, wie Inklusion praktisch aussehen kann“, betonte Gesundheitswissenschaftler Professor Dietrich Milles. „Unsere Studie hat gezeigt, dass wir auch diese Menschen – mit ihrer individuellen Behinderung – durch Bewegung, Spiel und Sport aktivieren können.“ Nicht zuletzt könne man so viele Lernprozesse positiv beeinflussen Die Teilhabe im Arbeitsprozess, aber auch in der Gemeinschaft werde insgesamt gezielt gefördert.

Feedback der Werkstatt Bremen

In der Werkstatt Bremen, mit ihrer langen Tradition beruflicher Gesundheitsförderung, blieben die Effekte nicht unbemerkt. Kamen die Teilnehmer nach dem Sport an den Arbeitsplatz zurück, wirkten sie aktiver, selbstbewusster und motivierter, berichteten die Werkstatt- und Gruppenleiter dem Wissenschaftlerteam. „Die Werkstatt Bremen hält vielfältige Gesundheitsangebote vor, es gibt aber Personengruppen, die schwerer aktivierbar sind. Hier sehen wir durch unserer Beteiligung an der Studie einen deutlichen Nutzen“, so Ahlrich Weiberg, Geschäftsführer der Werkstatt Bremen.

Sport im Alltag

Wichtig sei dabei, die individuellen Fortschritte in einer Gruppe zu ermöglichen, hob Dr. Ulrich Meseck hervor, Sportwissenschaftler an der Universität Bremen. „Individuelle Entwicklung in Gruppen ist kein Widerspruch. Auch wenn die Leistungen und Fähigkeiten der Teilnehmer unterschiedlich sind, kann man das so organisieren, dass alle Teilnehmer Fortschritte machen und etwas für ihre Gesundheit tun“, betonte Meseck. Die gezielte sportliche Aktivierung – die gleichzeitig eine Gesundheitsförderung sei - sollte seiner Meinung nach dort stattfinden, wo sie sich anbiete: In der Schule, aber vor allem auch in den Einrichtungen, die behinderte Menschen beschäftigten.

Gezielte Übung

Laut Projektmitarbeiterin Joanna Wiese, die die Bewegungs- und Spielstunden mit konzipiert und in die Trainingspraxis umgesetzt hat, sind die Fortschritte der Einzelnen bemerkenswert. „Ich hätte zu Beginn nicht vermutet, dass sich die Teilnehmer so beeindruckend entwickeln können. Gerade das langfristig angelegte Projekt und die Möglichkeit, jede Woche sehr gezielt und praktisch zu üben und zu spielen, haben zu diesen tollen Entwicklungen geführt“. Schrittweise und kontinuierlich sei mit den Leistungen dann auch Selbstbewusstsein und Spaß der Teilnehmer an dieser speziellen Förderung gewachsen.

Unterstützung durch die AOK Bremen/Bremerhaven

Für die AOK Bremen/Bremerhaven war die Unterstützung der Studie eine Herzensangelegenheit. „Wir erfüllen hier einen gesetzliche Auftrag und übernehmen gleichzeitig eine wichtige soziale Verpflichtung: Wirksame Prävention auch bei benachteiligten Gruppen zu leisten“, sagte Jörg Twiefel, Stellvertreter des Vorstands der AOK Bremen/Bremerhaven. „Mich freut persönlich sehr, dass wir mit der Studie nachweisen konnten, dass diese Prävention wirkt und den Menschen nützt.“

Pressekontakt

 Jörn Hons, AOK Bremen/Bremerhaven, Telefon 0421 1761-549, E-Mail: joern.hons@hb.aok.de

Studie mit der Werkstatt Bremen

Bremen, 17. Mai 2017. In Werkstätten beschäftigte Menschen mit Behinderungen können effektiver gefördert und sportlich aktiviert werden, als es üblicherweise geschieht. Das ist das Ergebnis einer fünfjährigen, bundesweit bisher einmaligen Studie der Universität Bremen mit der Einrichtung Martinshof/Werkstatt Bremen, die von der AOK Bremen/Bremerhaven initiiert, begleitet und finanziert wurde. Über fünf Jahre haben insgesamt 58 Beschäftigte der Werkstatt Bremen teilgenommen. Die Studie „Spezifische sportliche Aktivierung in Werkstätten für behinderte Menschen“ im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ist heute in der Werkstatt Bremen vorgestellt worden.