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AOK kritisiert Ameos-Kliniken scharf

Diskussion um Frühchen „ist unanständig“

Versorgung als Druckmittel

Bremerhaven, 3. April 2019. Die AOK Bremen/Bremerhaven weist die jüngsten Versuche der Ameos-Kliniken in Bremerhaven entschieden zurück, ihre kommerziellen Interessen an lukrativen kardiologischen Klinikbetten mit Hilfe einer Diskussion um die gefährdete Versorgung von Risikoschwangeren und Frühchen durchzusetzen. „Es gibt überhaupt keinen inhaltlichen und sachlichen Zusammenhang zwischen der Versorgung von Risikoschwangerschaften und Frühgeborenen und der Versorgung von Herzkranken“, betonte der AOK-Vorstandsvorsitzende Olaf Woggan. „Der einzige Zusammenhang ist, dass Ameos hier eine finanziell und personell schwieriger zu handhabende Station gegen eine finanziell lohnende Station tauschen will – und dafür die Schwächsten und Jüngsten als Druckmittel benutzt.“

Frühchenstation bedeutet hohes Engagement

Dem großen Schweizer Krankenhauskonzern Ameos sei bereits 2014 bei dem Kauf der früheren DRK-Krankenanstalten Wesermünde von der AOK Bremen/Bremerhaven, aber auch von der Gesundheitspolitik immer wieder klargemacht worden, dass die dabei mit übernommene Frühchenstation – die eine sogenannte Level-2- Versorgung unter anderem bis zum Geburtsgewicht von 1250 bis 1500 Gramm beinhaltet – eine hohe Verpflichtung bedeute, die Versorgung auf einem sehr guten fachlichen Niveau aufrechtzuerhalten. Es sei immer klar gewesen, dass dies ein hohes Engagement in finanzieller und personeller Hinsicht erfordert.

Kein Versorgungsauftrag für kardiologische Diagnostik

Gleichzeitig sei Ameos schon vor dem Kauf der Kliniken deutlich gesagt worden, dass es für kardiologische Betten und teure kardiologische Diagnostik – die sich für Krankenhäuser besonders lohnen können - keinen Versorgungsauftrag vom Land Bremen gebe. Denn diese Versorgung sei im Klinikum Reinkenheide deutlich besser aufgehoben – im Interesse aller Patienten und Versicherten. Die Versorgung von Herzkranken erfordere eine hohe Kompetenz und enge Kooperation mit diversen medizinischen Fachgebieten, die in der Region Bremerhaven nur das Klinikum Reinkenheide leisten könne. Dies sei in der Folge auch in einem Verwaltungsgerichtsverfahren so bestätigt worden. „Nachdem die Ameos-Verantwortlichen juristisch keine Handhabe mehr haben, die lukrative Kardiologie vor Gericht einzuklagen, versucht man jetzt offenbar, über junge werdende Mütter und kleine Babys Druck auf die Gesundheitspolitik auszuüben. Das nenne ich einfach unanständig“, so Woggan.

Pressekontakt

Jörn Hons
AOK Bremen/Bremerhaven
Bürgermeister-Smidt-Straße 95
28195 Bremen
Telefon (0421) 1761-549
Telefax (0421) 1761-540
E-Mail: joern.hons@hb.aok.de