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Rückblick zum Abschied von AOK-Chef Dr. Helmut Platzer

Wechsel an der Spitze der AOK Bayern

Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern ist ab 1. März Dr. Irmgard Stippler. Die 53-jährige Volkswirtin hat umfassende Erfahrungen im Gesundheitswesen. Seit 2014 ist sie Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Davor war sie Vorsitzende der Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen-Marburg und Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG.

Motor für Innovation

08.02.2018

Wenn einer nach 20 Jahren geht, darf man schon mal fragen, was bleibt. Insbesondere dann, wenn er Chef eines Unternehmens war mit 10.000 Mitarbeitern und einem Haushalt von aktuell rund 18 Milliarden Euro. Hinzu kommt: Dieses Unternehmen steht im Fokus der Öffentlichkeit. Und der Unternehmenszweck geht jeden an: Es ist die Gesundheit.

Er hat die AOK Bayern aus ehemals „39 einzelnen Ortskrankenkassen ... zu einem wirtschaftlich starken und zugleich sozial orientierten Marktführer aufgebaut“, war in der „Süddeutschen Zeitung“ kürzlich über Dr. Helmut Platzer zu lesen. Wer weiß, dass die solidarische Krankenversicherung ein wirkliches Herzensanliegen des langjährigen Vorstandsvorsitzenden ist, darf zu Recht konsequentes Vorgehen bei der Stärkung der AOK Bayern annehmen. Denn eine starke Gemeinschaft erleichtert die Umsetzung von Solidarität. In Zeiten harten Wettbewerbs und der damit verbundenen Rosinenpickerei nicht selbstverständlich: Nie war es für den Juristen eine Frage, dass die AOK Bayern für alle da ist.

Für die Versicherten hat es sich gelohnt. Ein Beispiel? Die zahnmedizinische Betreuung im Pflegeheim war weitgehend Niemandsland. Platzer hatte deshalb für seine AOK ein Modellvorhaben gestartet, um das zu ändern. Der Erfolg? Eine bundesweite Änderung des Bewertungsmaßstabs für zahnärztliche Leistungen. Jetzt lohnte es sich für Zahnärzte in ganz Deutschland, im Pflegeheim zu behandeln. So war es auch bei den AOK-Pflegenetzen, die eine bessere ärztliche Versorgung in Pflegeheimen ermöglichten. Nach wenigen Jahren schrieb der Bundesgesetzgeber diese Versorgungsanforderung in das Sozialgesetzbuch.

Es wäre da noch über vieles zu berichten. Über innovative Leistungen, von denen zuerst AOK-Versicherte profitierten. Darunter die Protonentherapie bei Krebs oder telemedizinische Projekte. Man könnte das große Engagement bei der Umsetzung der Rabattverträge für Arzneimittel ansprechen. Oder die notwendige Kritik an den ungerechtfertigten Mondpreisen der Pharmaindustrie für neue Arzneimittel.

Platzer war Motor für Innovationen. Und er hat für seine Versicherten zu kämpfen gewusst. So etwa bei der Sache mit den Hausärzten, die bundesweit Aufsehen erregte. Die Aufforderung des bayerischen Hausarztvorsitzenden zur kollektiven Rückgabe der vertragsärztlichen Zulassung beantwortete Platzer mit der Kündigung des Hausarztvertrags. Das war rechtens, wie das Gericht später meinte. Selektivverträge gibt es nur mit vertragsärztlicher Zulassung. Damit hat Platzer die gesetzliche Krankenversicherung davor bewahrt, von einzelnen Arztgruppen flächendeckend zu frei schwebenden Selektivverträgen gezwungen zu werden, die erheblich teurer, aber ohne medizinischen Mehrwert gewesen wären. Die Zeche hätten die Versicherten zahlen müssen. Dies verhindert zu haben, ist vielleicht Platzers größter Verdienst.