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Pflegeforum der AOK Bayern - Verwaltungsrat fordert Entlastung der Pflegebedürftigen und Beitragszahler

Länder sollen Investitionskosten für Heime zahlen

01.07.2021

Für eine finanzielle Entlastung der Pflegebedürftigen und der Beitragszahler hat sich der Verwaltungsrat der AOK Bayern ausgesprochen. So sollen die Länder künftig die Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen übernehmen. „Dies würde die Bewohner um mehrere hundert Euro im Monat entlasten. Es kann nicht Aufgabe Pflegebedürftiger sein, den Bau und die Sanierungen von Pflegeeinrichtungen zu bezahlen“, sagte Frank Firsching, Verwaltungsrat der AOK Bayern, gestern bei einer Veranstaltung der größten Krankenkasse im Freistaat. Zugleich forderte Firsching, den Pflegekassen nicht länger versicherungsfremde Leistungen aufzubürden. Zum Beispiel übernehmen die Pflegekassen die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. „Dies ist eindeutig Aufgabe der Steuerzahler“, betonte Firsching.

Verbesserungsbedarf sieht der AOK-Verwaltungsrat auch bei den Leistungen: „Die seit Beginn der Pflegeversicherung bestehende Trennung zwischen ambulanter und stationärer Pflege ist völlig lebensfremd und muss aufgehoben werden“, so Firsching. Um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in ihrer schwierigen Situation stärker zu unterstützen, soll zudem das Beratungsangebot der Pflegekassen ausgeweitet werden. „Die AOK Bayern ist hier mit ihrer kompetenten Pflegeberatung vor Ort bereits Vorreiter.“

Für mehr Flexibilität bei den Leistungen plädierte auch Dr. Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege: „Wir brauchen Leistungen der Pflegeversicherung, die Individualität und Selbstbestimmung unterstützen, statt Pflegebedürftige in das Korsett einer Standardpflege zu zwängen.“ Konkret sollten Pflegebedürftige bei häuslicher Pflege Anspruch auf zwei Budgets haben – ein Pflege- und ein Entlastungsbudget. „Damit könnten Leistungen je nach Lebenssituation passend abgerufen werden“, so Westerfellhaus.

Eine finanzielle Entlastung von Pflegeheimbewohnern forderte Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Bereits jetzt liegen die Eigenanteile in der Heimpflege bei 900 Euro für die pflegebedingten Aufwände und bei 2.200 Euro für den Gesamteigenanteil. „Eine weitere Steigerung der Eigenanteile ist nicht vertretbar, soll die Pflegeversicherung ihre Aufgabe wahrnehmen, pflegebedingte Armut zu vermeiden“, bekräftigte Rothgang. Vielmehr müssten die Eigenanteile abgesenkt und dann nachhaltig begrenzt werden. „Die in der kleinen Pflegereform in diesem Monat verabschiedeten Regelungen sind dazu ungeeignet.“

Anbei die Pressemitteilung als pdf.

Pressekontakt

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
Ansprechpartner: Michael Leonhart, Pressesprecher
Zentrale, Carl-Wery-Straße 28, 81739 München
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